Gesine Schwan, Präsidentin der Universität Frankfurt an der Oder, war 2004 gegen Köhler unterlegen. Mehrere SPD-Abgeordnete hatten ihre erneute Kandidatur angeregt. Die frühere Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) warf ihnen eine «subtile Diskriminierung von Frauen» vor. Es sei «nicht mehr hinnehmbar, dass immer dann Frauen ins Rennen geschickt werden, wenn sie praktisch keine Chance haben zu gewinnen», sagte Schmidt im «Münchner Merkur». Und: «Es ärgert mich, dass man jemanden öffentlich für das Amt des Bundespräsidenten ins Gespräch bringt, ohne diese Person zuvor überhaupt gefragt zu haben.»Die SPD-Abgeordnete sprach sich zugleich für eine zweite «Amtszeit Köhlers aus: «Ich persönlich schätze Horst Köhler und bin der Meinung, die SPD könnte ihn unterstützen, falls sie selbst keine Chance auf die Wahl eines eigenen Kandidaten hat.» Der amtierende Präsident Köhler (65) will sich in Kürze zu einer erneuten Kandidatur äußern.
Schwan schweigt hingegen zu den Spekulationen. Die 64-Jährige werde sich dazu grundsätzlich nicht äußern, sagte ihr persönlicher Referent am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Er fügte hinzu: «Wir beobachten weiter, was geschrieben wird.» (AP/dpa)