14. Mai 2008 12:58
Die Gegend um das Olympiastadion in Berlin atmet noch einen Hauch von 1933. Dorthin Israelis einzuladen – wenn auch zum sportlichen Vergleich – ist ein heikles Unterfangen, sah
. Deutschland hat es gewagt.
Die Aussicht auf das Gelingen der symbolträchtigen Begegnung besiegte schließlich alle Zweifel. Dass Israelis im Berliner Olympiagelände Fußball spielen, deren Eltern von den Nazis ermordet wurden, ist für Mitorganisator Rinke «ein ganz großes Zeichen». Der Alltag der Gäste ist heute durch neue Konflikte geprägt, mancher der Spieler kämpft selbst an neuer Front: Nachum Patchenik etwa. Er ist Siedler im Westjordanland, das die Palästinenser für sich reklamieren. Er trägt selbst auf dem Spielfeld die Kippa, die Kopfbedeckung überzeugter Juden.
Die Frage, ob es angemessen ist, dass Deutsche an einem solch historisch beladenen Ort Israelis besiegen dürfen, stellte am Ende keiner. Die Israelis kamen und schossen auf einem sonnenüberfluteten Platz zwei Tore, die Deutschen vier, je einen Elfmetertreffer inbegriffen. Ex-Nationalspieler Karl Schmidt bescheinigte im NZ-Interview der israelischen Elf ein exzellentes Spiel, wenngleich die Gastgeber die besseren gewesen seien.