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Glos in der Kritik: 

Streit um Vorschlag zur Steuersenkung

13. Mai 2008 08:00
Der Steuer-Vorschlag von Glos ist umstritten
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Steuern senken oder doch lieber den Haushalt konsolidieren? Nach dem Vorschlag von Wirtschaftsminister Glos, die Bürger durch Steuersenkungen zu entlasten, ist in der Union Streit ausgebrochen.

Die Union streitet weiter über den künftigen Kurs in der Steuerpolitik. Mehrere CDU-Politiker warnten die bayerische Schwesterpartei CSU davor, mit dem Drängen auf baldige Steuersenkungen die Glaubwürdigkeit der Union zu erschüttern. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Norbert Röttgen (CDU), lehnte «kurzfristige Aktionen» in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» ab. Er halte es für ganz wichtig, dass die Politik in den Bereichen Haushalt, Finanzen und Steuern «wieder Verlässlichkeit und Berechenbarkeit» gewinne.

Die Debatte war am Wochenende durch Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) verschärft worden, der den Konsolidierungskurs der Koalition in Zweifel zog. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Michael Meister (CDU), erinnerte Glos in der «Berliner Zeitung» an die «klare Festlegung, dass die Haushaltskonsolidierung oberste Priorität hat». Der Finanzexperte der Fraktion, Steffen Kampeter (CDU), warnte: «Wir dürfen nichts tun, um das mühsam erworbene Vertrauen in unsere Haushaltspolitik zu erschüttern.» Ziel der großen Koalition ist es, bis 2011 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt zu erreichen.

Dagegen stellte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Laurenz Meyer (CDU), hinter die Forderungen nach einer deutlichen Senkung der Steuerbelastung. «Die Grundtendenz der CSU-Vorschläge ist richtig», sagte Meyer dem «Handelsblatt». Der Vorstoß gebe auch «weitgehend die Beschlüsse des Leipziger CDU-Parteitages wieder». Die eigene Partei drängte der ehemalige CDU-Generalsekretär zu einem schnelleren Vorgehen in der Steuerpolitik. «Wir brauchen jetzt ein Signal der Entlastung zugunsten der Bürger.»

Die CDU will ihr Steuerkonzept bislang erst Anfang nächsten Jahres vorlegen. Dahinter steckt die Überlegung, dann mit neuen Vorschlägen in den Wahlkampf für die Bundestagswahl im September 2009 gehen zu können. Die CSU, die bei der bayerischen Landtagswahl im September dieses Jahres ihre absolute Mehrheit verteidigen will, hat den Bundesbürgern jetzt schon Steuererleichterungen in Milliardenhöhe in Aussicht gestellt. (dpa)

 
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