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Verbalangriff aus Venezuela: 

Merkel lässt sich von Hitler-Attacke nicht provozieren

12. Mai 2008 13:36
Die Ausfälle aus Caracas machen ihr keine Sorgen
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Sie bleibe dabei, sagt die Kanzlerin: Chávez spreche nicht für ganz Lateinamerika. Selbst sein Volk habe dem Präsidenten beim kürzlich gescheiterten Referendum ja die Grenzen aufgezeigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gelassen auf die Hitler-Attacke des umstrittenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez reagiert und bleibt bei ihrer Position. Laut einer am Montag verbreiteten Erklärung der Bundesregierung wiederholte die Kanzlerin ihre Haltung, wonach Chávez nicht für ganz Lateinamerika spreche.

Der für seine Ausfälle bekannte Chávez hatte Merkel in die Nähe von Adolf Hitler gerückt. Die Bundeskanzlerin gehöre der politischen Rechten an, «derselben Rechten, die Hitler, die den Faschismus unterstützt hat», hatte Chávez wenige Tage vor dem EU-Lateinamerika- Gipfel in der peruanischen Hauptstadt Lima am Sonntag in Caracas erklärt. An dem Treffen will Merkel, die am Dienstag zur ihrer ersten Lateinamerikareise startet, auch teilnehmen.

Ein Regierungssprecher verwies nochmals auf die Passage in einem Interview, wonach nach Merkels Auffassung Chávez den Beziehungen zwischen Europa und Lateinamerika keinen grundlegenden Schaden zugefügt habe. «Ein Land allein kann die Beziehungen zwischen der EU und Lateinamerika nicht nachhaltig beeinträchtigen», hatte die Kanzlerin gesagt.

«Die Äußerungen von Chávez sprechen für sich»

Jedes Land habe seine eigene Stimme, mit der es eigene Interessen verfolge. «Auch das venezolanische Volk hat mit der Ablehnung des Referendums im Januar selbst Position bezogen», hatte die Kanzlerin ergänzt. Dort hatte Chávez eine Abstimmungsniederlage bezogen, die von einigen Beobachtern als Anfang eines Abstiegs gewertet wird. Der Interviewäußerung sei nichts hinzuzufügen, sagte ein Regierungssprecher. «Die Äußerungen von Präsident Chávez sprechen für sich.»

Merkel reist am Dienstag zum ersten Mal in ihrer Amtszeit nach Lateinamerika. Neben Besuchen in Brasilien, Kolumbien und Mexiko wird sie in Peru am fünften EU-Lateinamerika-Gipfel teilnehmen. Mit rund 60 Ländern ist es eines der größten internationalen Treffen weltweit in diesem Jahr.

Kooperation zwischen EU und Lateinamerika verbessern

Die Kanzlerin bestritt, dass sich die deutsche Außenpolitik in den vergangenen Jahren zu wenig um Lateinamerika gekümmert habe, obwohl die Region wirtschaftlich im Aufschwung sei. Es habe zahlreiche Kontakte etwa auch beim G8-Gipfel von Heiligendamm gegeben. Merkel: «Die Länder Lateinamerikas sind für uns wichtige politische und wirtschaftliche Partner bei der Gestaltung der globalen Ordnung.»

Bei dem Treffen in Lima soll nach ihren Worten die Kooperation zwischen der Europäischen Union (EU) und den Ländern Süd- und Mittelamerikas sowie der Karibik auch im Klimaschutz und bei der Armutsbekämpfung vertieft werden. «Für die EU bietet sich als größter Geber in der Entwicklungszusammenarbeit eine Chance, den Weg zum Abbau von sozialer Ungleichheit zu unterstützen», sagte Merkel. Die Lösung dieser Frage sei für die Zukunft des Kontinents von zentraler Bedeutung.

Umgang mit sozialen Problemen als Messlatte

«Die Regierungen in Lateinamerika werden sich langfristig daran messen lassen müssen, wie sie mit den sozialen Problemen umgehen», merkte die Kanzlerin an. In einigen Ländern sei «ein linker Populismus» zu beobachten. «Ich glaube nach unseren Erfahrungen in Europa nicht daran, dass Staatswirtschaften auf die drängenden Probleme bessere und nachhaltige Antworten geben», fügte sie hinzu. (dpa)

 
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