06. Mai 2008 17:14
Der Berliner Neubau für den Bundesnachrichtendienst fällt in eine kritische Zeit: Nach Spitzel-Skandalen steht der Dienst selbst unter verschärfter Beobachtung. Das wird die Stimmung zur Grundsteinlegung drücken.
Mittendrin hat der BND die größte Berliner Innenstadt-Baustelle umzäunt. Mit ihren kamerabewehrten Absperrungen umfasst sie mehrere Hektar Sandwüste. Bis zu 200 Lastwagen am Tag werden bald die zentrale Einfahrt an der Chausseestraße ansteuern. Bis Ende 2012 dauert der Innenausbau. 2013, später als geplant, soll Einzug sein. Das Hauptgebäude ergänzen ein Schulungs- und Besucherkomplex im Süden sowie ein Logistikzentrum im Norden. Soziologe Häußermann glaubt nicht, dass der BND die Struktur des Stadtquartiers schnell verändert. «Da entsteht nur Laufkundschaft», sagt er. Wohnen wollen dürften die Geheimdienstler woanders. Im Viertel hält sich der Enthusiasmus auch in Grenzen. Im «Café am Ende der Welt» fragt ein Gast nur müde: «BND? Was sollen denn diese Bayern hier?» (Ulrike von Leszczynski, dpa)