Reform der Sicherheitspolitik:
Union plant Nationalen Sicherheitsrat
03.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Auch die Energie- und Rohstoffversorgung sei ein wichtiges sicherheitspolitisches Thema. «Wie sollen wir reagieren, wenn die Chinesen in Afrika Diktatoren unterstützen, um sich den Zugang zu Rohstoffen zu sichern?» Das unter der Federführung von Kauder in den vergangenen zwei Jahren erarbeitete Konzept sei mit Kanzlerin Merkel, Innenminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (alle CDU) abgestimmt, berichtete die Zeitung. Eine Fraktionssprecherin erklärte, der Entwurf befinde sich noch in der Feinabstimmung zwischen den Arbeitsgruppen.
Der Sicherheitsrat soll dem Bericht zufolge ressortübergreifend mögliche Bedrohungen für die innere und äußere Sicherheit analysieren, präventive Maßnahmen einleiten, sowie die zivil-militärische Krisenbewältigung und Krisenprävention im In- und Ausland koordinieren. Er soll auch für die «Einleitung geeigneter Abwehrmaßnahmen und Notfallplanungen» sowie den Einsatz von Heimatschutzkräften zuständig sein, «in dem Falle, dass Katastrophen die Fähigkeiten einzelner Bundesländer überfordern».
Grundlage für das neue Beratergremium soll der Bundessicherheitsrat sein, dem neben der Kanzlerin verschiedene Minister angehören und der derzeit unter anderem über die Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter entscheidet.
Kauder will mit der Sicherheitsstrategie dem Bericht zufolge auch die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Auslandseinsätze der Bundeswehr stärken. «Die neue Rolle Deutschlands wird besonders deutlich am Beispiel Afghanistan. Ich weiß genau, dass die Menschen im Land diesen Einsätzen mit Skepsis gegenüberstehen. Aber dieses Engagement fügt sich in ein sicherheitspolitisches Gesamtkonzept ein», sagte er.
sollten.
Auch den Vorschlag für einen strategischen Raketenabwehrschild lehne die SPD zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab, da dieser nicht die einzig mögliche Antwort auf Bedrohungen sei. Weisskirchen warnte davor, «sehenden Auges in eine Gefahrenzone zu laufen und eine Spirale der Aufrüstung in Gang zu setzen». Der Iran werde eine vorschnelle Entscheidung für einen Abwehrschild als Ermunterung verstehen, im Atomstreit hart zu bleiben.
Die deutsche Sicherheitspolitik dürfe sich nicht die Möglichkeit verbauen, wichtige internationale Vereinbarungen fortzuschreiben und zu einem wirksamen Abrüstungsregime zu kommen. «Wer sich dies nicht versucht, sondern sich gleich abschottet, vergibt eine historische Chance», meinte der SPD-Politiker. (nz/AP)

