02.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Flatrates in Kneipen ermuntern zum Koma-Saufen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Alkoholkonsum vieler Jugendlicher ist Besorgnis erregend. Das Kampftrinken ist eins von vielen Themen der «Anonymen Alkoholiker» bei ihrem deutschsprachigen Ländertreffen in Erfurt.
Die Anonymen Alkoholiker wollen wegen des zunehmenden Alkoholkonsums von Jugendlichen verstärkt Aufklärungsarbeit in Schulen leisten. Der Trend etwa zum «Koma-Saufen» sei beunruhigend. Zudem sei diese Altersgruppe Hilfsangeboten kaum zugänglich, sagte ein Sprecher der Selbsthilfeorganisation am Freitag zum Auftakt ihres 47. deutschsprachigen Ländertreffens in Erfurt. Zu dem Treffen der Anonymen Alkoholiker werden bis Sonntag in Erfurt etwa 5000 Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Südtirol erwartet. Im deutschsprachigen Raum gibt es etwa 2700 dieser Selbsthilfe-Gruppen mit 40.000 Männern und Frauen. In Deutschland dürften etwa vier Millionen Alkoholiker leben, hieß es.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Köln/BZgA) will ebenfalls mit einer Präventions-Kampagne von diesem Wochenende an Jungen und Mädchen zum Umdenken bewegen. In der «Na toll!»-Aktion der BZgA werden geschulte Jugendliche bis Oktober vor allem in Urlaubsorten, Jugendherbergen, bei Festivals oder Jugendveranstaltungen Gleichaltrige ansprechen und auf Risiken hinweisen. In den vergangenen Jahren zeigte sich, dass gerade diese jungen Botschafter gut Zugang zu den Minderjährigen fanden und ihnen Alternativen zum Alkohol-Trinken nahebringen konnten, teilte die BZgA am Freitag in Köln mit.
Nachdem es beim Alkoholkonsum Jugendlicher 2004 und 2005 zunächst einen Rückgang gab, zeigte eine BZgA-Untersuchung für das vergangene Jahr wieder einen deutlichen Zuwachs, vor allem bei Bier, Bier- Mixgetränken und Spirituosen. Besonders 16 und 17 Jahre alte Jungen tranken mit 150 Gramm reinem Alkohol pro Woche besorgniserregend viel. Diese Menge entspricht zwei Gläsern eines alkoholischen Getränks pro Tag. «Je früher mit dem Alkoholtrinken begonnen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für gesundheitliche Schäden und schnelle Abhängigkeit», warnte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott. (dpa)