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Gewalt nach Demonstration: 

Randalierer entzünden in Hamburg Straßenfeuer

01. Mai 2008 10:42
Die Demo verlief noch friedlich.
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Nach einem Protestzug gegen den Kapitalismus flogen Steine und Böller auf die Polizei. Einige Angreifer wurden festgenommen. In Berlin dagegen verlief der Vorabend zum 1. Mai eher untypisch.

Im Anschluss an eine Demonstration ist es in der Nacht zum 1. Mai im Hamburger Schanzenviertel zu Ausschreitungen gekommen. Wie ein Polizeisprecher am Donnerstagvormittag auf Anfrage mitteilte, wurden vier Randalierer vorübergehend festgenommen und ein Polizist leicht verletzt. Am Abend hatte in der Hansestadt zunächst ein friedlicher Aufzug von rund 950 Personen stattgefunden, den ein «Hamburger Bündnis für den 1. Mai» gegen Kapitalismus und für Sozialismus veranstaltet hatte.

Im Anschluss daran seien einige Teilnehmer der Kundgebung dann randalierend durchs Schanzenviertel gezogen. Dort hätten sie unter anderem Baumaterial auf die Straße gestellt, eine Straße versperrt, Steine gegen eine Sparkassenfiliale geworfen und Feuer entzündet. In einem Fall wurden den Angaben zufolge anrückende Einsatzkräfte der Polizei mit Steinen und Böllern beworfen. Augenzeugen berichteten von einem massiven Polizeiaufgebot, auch Wasserwerfer fuhren auf.

Gegen Mitternacht habe sich dann die Lage wieder beruhigt, sagte der Polizeisprecher. Für den Maifeiertag waren in Hamburg weitere Aktionen angekündigt, etwa der Aufmarsch einer NPD-nahen Gruppe mit rund 800 Personen. Bei verschiedenen Gegendemonstrationen in der Stadt rechnete die Polizei insgesamt mit rund 3.000 Teilnehmern. Medienberichten zufolge wollten in diesem Jahr gewaltbereite Linksautonome aus ganz Deutschland nach Hamburg reisen und nicht wie sonst Berlin zum Schauplatz der Mai-Krawalle machen.

Erfreuliche Bilanz in Berlin

Bei den Walpurgisnachtfeiern in Berlin sind schwere Krawalle wie in früheren Jahren ausgeblieben. Bei Ausschreitungen und Steinwürfen wurden dennoch 13 Polizisten verletzt, ein Beamter musste im Krankenhaus behandelt werden, wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag sagte. Wegen schweren Landfriedensbruch und Gefangenenbefreiung habe es 24 Festnahmen gegeben. Zwei Autos hätten in den frühen Morgenstunden gebrannt.

Insgesamt sei die Bilanz mit dem Rückgang der Gewalt aber sehr erfreulich. Die diesjährige Walpurgisnacht sei nach Einschätzung der Polizei die friedlichste der letzten zehn Jahre gewesen, sagte die Sprecherin. Die alljährlichen Ausschreitungen in der Nacht zum 1. Mai in Berlin hatten 1995 begonnen. Auch am Tag der Arbeit selbst kam es immer wieder zu schweren Krawallen. 2007 waren am 1. Mai Polizisten verletzt und 115 Menschen festgenommen worden. Wie im Vorjahr ist die Polizei mit rund 6.000 Beamten aus dem ganzen Bundesgebiet im Einsatz.

3.000 Menschen feiern friedlich

Bei den verschiedenen Veranstaltungen im Prenzlauer Berg und Kreuzberg hatten nach Polizeiangaben rund 3.000 Menschen friedlich gefeiert. Es habe lediglich vereinzelte Störungen wie kleinere Feuer sowie einen brennenden Müllcontainer gegeben, der aber schnell gelöscht worden sei. Das Flaschen- und Dosenverbot habe Wirkung gezeigt.

Polizeisprecher Frank Millert führte die gute Bilanz der diesjährigen Walpurgisnacht auf die deeskalierende Taktik der Polizei zurück. Er gehe davon aus, dass sich der positive Trend auch am Abend des 1. Mai fortsetzen werde, sagte er. Allerdings seien auch einige Personen aus dem linken Spektrum zu einer in Hamburg geplanten Anti-Nazi-Demonstration unterwegs.

Randale mit Myfest eindämmen

Angefangen hatten die Randale zum Tag der Arbeit in Berlin 1987 im Anschluss an eine Demonstration in Kreuzberg. Es kam zu Straßenschlachten und ein Supermarkt brannte ab. Das war die Initialzündung für die jährlichen Krawallrituale. Seit drei Jahren sind die Ausschreitungen im Anschluss an die Maifeiern nicht mehr so groß wie früher. Mit dem von Anwohnern und dem Bezirksamt Kreuzberg organisierten so genannten Myfest ist es gelungen, die Krawalle einzudämmen. Die Festbesucher nahmen den Randalieren den Platz. (AP)

 
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