Es war aber nicht nur dieser Schlusspunkt der Merkel-Reise, der Aufsehen erregte. Schon während des gesamten dreitägigen Aufenthalts kurz vor Ostern entstand der Eindruck, dass die deutsch-israelischen Beziehungen auf Regierungsebene noch nie so gut waren wie gerade jetzt zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels. Der frühere Botschafter Israels in Deutschland, Avi Primor, schrieb kürzlich in der Wochenzeitung «Das Parlament»: «Die Bundesrepublik ist für Israel der wichtigste Freund nach den Vereinigten Staaten geworden.» In allen Fragen sei Deutschland für sein Land «die Nummer eins in Europa». Die israelische Parlamentspräsidentin Dalia Izik fügte hinzu, dass Deutschland neben den USA der einzige Staat sei, der Israel militärisch und wirtschaftlich helfe.
Wegen der Schoah, des millionenfachen Massenmords an Juden, haben die beiden Länder allerdings auch heute noch eine ganz besondere Beziehung. Das betonten auch deutsche Politiker in Israel immer wieder. Nach der Gründung Israels grenzte sich der Staat völlig von Deutschland ab. In den Pässen der neuen Staatsbürger stand: «Gilt für alle Länder mit Ausnahme Deutschlands.» Der Gebrauch der deutschen Sprache war in Israel verboten.