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Gerichtsurteil in China: 

Tibetischer Mönch muss lebenslang hinter Gitter

29. Apr 2008 16:11
Die Demonstration in Lhasa hat für manche Beteiligte Konsequenzen
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Ein Gericht in Lhasa hat zahlreiche Menschen, die während der Unruhen in Tibet festgenommen wurden, zu langjährigen Haftstrafen veruteilt. Besonders hart traf es einen Mönch, der Regierungsgebäude zerstört und Polizisten angegriffen haben soll.

Im ersten Prozess seit den antichinesischen Unruhen in Tibet vor eineinhalb Monaten hat ein chinesisches Gericht in Lhasa 30 Menschen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Drei Männer erhielten am Dienstag lebenslange Haft, darunter ein buddhistischer Mönch, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Mönch Basang habe eine Gruppe angeführt, die in Lhasa Regierungsgebäude zerstört, Geschäfte in Brand gesetzt und Polizisten angegriffen habe, berichtete Xinhua. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders CCTV erhielten sieben Angeklagte Haftstrafen von rund 15 Jahren, 20 weitere wurden zu drei bis 14 Jahren Gefängnis verurteilt.

Xinhua berichtete weiter, 7 Schulen, 5 Krankenhäuser und 120 Wohnhäuser seien in Brand gesetzt worden, Hunderte Geschäfte wurden geplündert. Der Schaden betrage mehr als 244 Millionen Yuan (22,4 Millionen Euro).

Mindestens 203 Tote bei Unruhen

Nach Angaben der tibetischen Exilregierung kamen bei den Unruhen mindestens 203 Tibeter ums Leben, diese Zahl ist fast zehn Mal so hoch wie die offiziellen Angaben aus Peking. Mehr als 1000 Menschen hätten Verletzungen erlitten, und mehr als 5715 seien noch immer in Haft, teilte die Exilregierung im nordindischen Dharamsala mit. Die tatsächlichen Zahlen lägen vermutlich noch höher, weil es aus entlegenen Gebieten kaum Informationen gebe, sagte ein Sprecher. Die chinesischen Behörden gaben die Zahl der Toten bei den gewaltsamen Protesten Mitte März mit 22 an.

Die Regierung in Peking machte den Dalai Lama für die gewaltsamen Proteste verantwortlich, sich nach wochenlangem internationalen Druck aber zu Gesprächen mit Vertretern des geistlichen Oberhaupts der tibetischen Buddhisten bereit erklärt. Einzelheiten zu dem geplanten Treffen seien bislang noch nicht vereinbart, teilte das Außenministerium am Dienstag mit. (AP)

 
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