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Nahost-Konflikt: 

Viele Zivilisten bei Gefecht in Gaza getötet

29. Apr 2008 09:29
Israeli zeigt von Palästinensern abgefeuerte Rakete
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Schwerer Rückschlag für den Friedensprozess in Nahost: Bei einem Feuergefecht zwischen islamistischen Kämpfern und dem israelischen Militär ist eine palästinensische Familie getötet worden. Die Verantwortung will niemand tragen.

Bei einem israelischen Militäreinsatz im nördlichen Gazastreifen sind am Montag mindestens sieben Palästinenser getötet worden, darunter eine Mutter und vier kleine Kinder. Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde wurden zehn weitere Menschen bei heftigen Feuergefechten zwischen Soldaten und militanten Palästinensern in der Ortschaft Bet Hanun verletzt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte den Vorfall als «Massaker», das Bemühungen um eine Waffenruhe untergrabe.

Ein Mitglied der radikalen Gruppe Islamischer Dschihad hatte nach Berichten palästinensischer Augenzeugen eine Abwehrrakete auf israelische Soldaten gefeuert, die mit Panzern in die Ortschaft vorgedrungen waren. Als die Soldaten zurückfeuerten, habe eine Granate das Haus getroffen, hinter dem sich das Dschihad-Mitglied versteckte. Dabei seien der Palästinenser sowie eine Mutter und ihre vier Kinder im Alter von einem bis sieben Jahren getötet worden. Augenzeugen berichteten, die Familie habe gerade am Frühstückstisch gesessen, als die Granate einschlug.

Widersprüchliche Darstellungen

Die israelischen Streitkräfte bestätigten, dass in der Gegend Panzer und Hubschrauber im Einsatz waren. Sie wiesen aber die palästinensische Darstellung zurück, wonach das Haus der Familie von einer Panzergranate getroffen worden sei. Nach israelischer Darstellung explodierten beim Luftangriff auf eine Gruppe bewaffneter Männer Sprengkörper, die diese mitgeführt hätten. Das Wohnhaus sei von den explodierenden Sprengkörpern und nicht von einer israelischen Panzergranate getroffen worden, hieß es in der Erklärung. Die bewaffneten Männer waren nach palästinensischen Angaben mindestens 400 Meter von dem Haus entfernt. Ein Bauer, der auf einem Feld in der Nähe arbeitete, berichtete von zwei oder drei Explosionen.

Eine israelische Armeesprecherin teilte mit, israelische Soldaten seien in dem Bereich gegen die «Terror-Infrastruktur des nördlichen Gazastreifens» im Einsatz. Militante Palästinenser hätten von dort aus immer wieder Raketen auf das israelische Grenzgebiet abgefeuert. Palästinensische Scharfschützen hätten zudem von dem Bereich aus Landwirte auf der israelischen Seite der Grenze beschossen. «Wenn militante Palästinenser aus einem bewohnten Gebiet angreifen, nehmen sie zivile Opfer billigend in Kauf», sagte sie zu den Berichten über getötete Kinder. Israel ziele nicht absichtlich auf Zivilisten.

Barak macht Hamas für Gewalt verantwortlich

Für die Gewalt sei die Hamas verantwortlich, sagte Verteidigungsminister Ehud Barak nach dem Vorfall während eines Besuchs in einer israelischen Waffenfabrik. Die Streitkräfte würden weiter gegen die radikalislamische Organisation vorgehen. Israel und die Palästinenser hoffen auf ein Friedensabkommen bis Ende des Jahres. Beit Hanun liegt in der Nähe der israelischen Grenze. Die israelischen Streitkräfte sind immer wieder im Norden des Gazastreifens im Einsatz, weil von dort aus regelmäßig Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert werden. Auch am Montag schlugen nach Angaben der israelischen Streitkräfte wieder mindestens 17 Raketen ein.

Ungeachtet des neuen Blutvergießens bekräftigte Hamas-Sprecher Aiman Taha, seine Organisation sei zu einer Waffenruhe im Gazastreifen bereit. Israel müsse im Gegenzug die Blockade des Gazastreifens aufheben und die Waffenruhe später auf das Westjordanland ausdehnen. Israel hatte entsprechende Angebote der Hamas vergangene Woche als «nicht ernst gemeint» zurückgewiesen. Repräsentanten verschiedener palästinensischer Fraktionen reisten am Montag zu Gesprächen nach Ägypten. Ägypten bemüht sich als Vermittler um eine Waffenruhe zwischen Hamas und Israel. (dpa/AP)

 
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