Nato verurteilt Taliban-Angriff in Kabul:
Präsident Karsai überlebt Anschlag
27. Apr 2008 09:51, ergänzt 17:03
 |  Hamid Karsai überlebte den Anschlag | Foto: dpa |
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Aufständische haben die Parade zum 16. Jahrestag des Rückzugs der sowjetischen Streitkräfte mit Waffen und Granatwerfern angegriffen. Daraufhin brachten Leibwächter den Regierungschef in Sicherheit.
Taliban-Kämpfer haben am Sonntag nach Angaben der radikalislamischen Organisation eine Militärparade in Kabul angegriffen. Sie feuerten bei einer Gedenkfeier zum 16. Jahrestag des Rückzugs der sowjetischen Streitkräfte auf die Bühne mit Präsident Hamid Karsai, Regierungsmitgliedern und ausländischen Diplomaten.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, es gebe unbestätigte Berichte, dass zwei Parlamentsabgeordnete verwundet worden seien. «Präsident Hamid Karsai, mit allen Kabinettsmitgliedern und ausländischen Diplomaten, die auf der Hauptbühne waren, ist in Sicherheit», sagte der Sprecher.
Der Präsidentenpalast teilte mit, Karsai sei nicht verletzt worden. Leibwächter hätten Karsai abgeschirmt und in Sicherheit gebracht, berichtete das staatliche Fernsehen.
Chaos nach dem Attentatsversuch
Ein Polizist vor Ort betonte, er habe gesehen, wie zwei Männer mit Sturmgewehren vom Typ AK-47 auf die Hauptbühne geschossen hätten. Die Attentäter eröffneten das Feuer nach der Nationalhymne, Hunderte von Menschen flohen und suchten Deckung. Auf dem Gelände nahe dem Nationalstadion brach Chaos aus.Ein Taliban-Sprecher sagte, die Aufständischen hätten die Parade mit automatisierten Waffen und Granatwerfen angegriffen. Sie seien mit AK-47-Gewehren und Panzerfäusten bewaffnet gewesen.
Steinmeier verurteilt Anschlag
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den «hinterhältigen Anschlag auf Präsident Karsai». Zugleich zeigte sich Steinmeier «erleichtert», dass Karsai unverletzt und in Sicherheit sei. «Die Stoßrichtung des Anschlags ist klar: Er soll die afghanische Regierung destabilisieren und jene einschüchtern, die sich für den Wiederaufbau und eine echte Zukunftsperspektive des Landes einsetzen», heißt es in der Erklärung des SPD-Politikers weiter. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte: «Die Taliban haben wieder demonstriert, dass sie zu äußerster Gewalt bereit sind, um sich gegen die Entwicklung Afghanistans zu Freiheit und Demokratie zu stellen», ließ de Hoop Scheffer mitteilen. «Ich bin froh, dass Präsident Karsai unverletzt entkommen konnte.» (AP/dpa)