26. Apr 2008 09:38, ergänzt 16:58
Alle Versuche der Exil-Tibeter, den Lauf der Olympischen Fackel in Nagano zu stoppen, sind von der Polizei vereitelt worden. Ihnen standen zudem zahlreiche chinesische Studenten gegenüber.
Mehrere hundert Demonstranten schwenkten tibetische Fahnen und forderten in Sprechchören ein «freies Tibet». Gleichzeitig waren rund 2000 chinesische Austauschstudenten auf den Straßen und bekundeten ihre Unterstützung für die Regierung in Peking. Am Ziel wurde die Fackel von einem Meer chinesischer Fahnen empfangen. Im buddhistischen Tempel Zenkoji versammelten sich Mönche zu einem stillen Gebet für Tibet. An dem Tempel hätte der Fackellauf ursprünglich beginnen sollen; die Mönche lehnten eine Beteiligung dann aber ab.Bei vereinzelten Regentropfen und starkem Wind war die Flamme am Morgen unter Ausschluss der Öffentlichkeit entzündet worden. Umringt von japanischen Beamten und zwei chinesischen Fackel-Bewachern machte sich dann der erste Läufer auf den Weg durch Nagano. Vor dem Start des Fackellaufs war es am frühen Morgen zu einer kurzen Rangelei zwischen japanischen Rechtsradikalen und Chinesen gekommen.
Ein Mann mit einer Tibet-Flagge wurde blitzschnell von Sicherheitskräften überwältigt und verhaftet, als er auf den Fackelzug zurannte. Es soll sich laut Fernsehberichten um einen Taiwanesen handeln. Ein Japaner wurde laut Polizei beim Versuch, einem Läufer die Fackel zu entreißen, festgenommen. Ein Dritter wurde festgenommen, als er ein Ei auf die Läufer warf.
Am Sonntag wird das Olympische Feuer nach Seoul und am Montag in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang gebracht. Am 2. Mai trifft die Olympische Fackel in Hongkong ein und setzt ihren Weg dann in China fort – bis zur Eröffnung der Spiele am 8. August in Peking. (AP/dpa)