Beratungen zum Friedensprozess:
Erschossene Israelis und vage Versprechen
25. Apr 2008 11:12
 |  Das obligatorische "Shake Hands" im Oval Office | Foto: dpa |
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Wenig Hoffnung in Nahost: Bei Tulkarem sind zwei Israelis erschossen worden, mit der Hamas will man nicht reden, und in Washington träumt US-Präsident Bush weiterhin von einem schnellen Frieden.
Während Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und US-Präsident George W. Bush in Washington über die Lage im Nahen Osten berieten, haben Ereignisse in Israel den Friedensprozess im Nahen Osten weiter zurückgeworfen. In der Nähe von Tulkarem im Westjordanland hat ein Palästinenser am Freitag zwei israelische Wachleute aus kurzer Distanz erschossen. Die Wachleute hätten sich zur Tatzeit in Kontrollposten am Eingang zum Industriegebiet Nitzanei Schalom aufgehalten, sagte eine Armeesprecherin. Der Täter konnte flüchten.
Die israelische Regierung hat unterdes das Angebot der Hamas zurückgewiesen, eine sechsmonatige Waffenruhe einzuhalten, wenn dafür die Grenzübergänge zum Gazastreifen wieder geöffnet würden. Regierungssprecher David Baker sagte am Freitag in Jerusalem, das Angebot sei «nicht ernst gemeint». Die Hamas wolle nur Zeit gewinnen. Ein solches Abkommen würde es der radikalislamischen Organisation lediglich erlauben, sich auf weitere Kämpfe vorzubereiten.
Bush glaubt an Friedensabkommen bis Januar 2009
In Washington haben am Donnerstag US-Präsident George W. Bush und Palästinenser- Präsident Mahmud Abbas über die Lage im Friedensprozess beraten. Dabei gab sich Bush optimistisch, dass noch vor Ende seiner Amtszeit im Januar 2009 ein Friedensabkommen unterzeichnet werden könnte. «Ich habe dem Präsidenten versichert, dass ein palästinensischer Staat für mich und meine Regierung hohe Priorität hat», sagte Bush nach dem Treffen im Weißen Haus. Er versicherte Abbas, dass dabei ein zusammenhängender palästinensischer Staat angestrebt werde, kein «Schweizer Käse» mit einem territorialen Flickenteppich.
Der palästinensische Unterhändler Sajeb Erakat sagte, es sei von entscheidender Bedeutung für den angestrebten Zeitplan, dass Israel seinen Verpflichtungen nachkomme und die Besiedlung palästinensischer Gebiete beende. Bush erwähnte die Siedlungen jedoch mit keinem Wort.
«Carter ist mit blutigen Händen zurückgekommen»
Am gleichen Tag äußerte sich in New York der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman zum Treffen des früheren US-Präsidenten Jimmy Carter mit der Führung der Hamas. Dies sei eine «sehr traurige Episode in der amerikanischen Geschichte», sagte Gillerman. Carter habe als Präsident Gutes geleistet, sich nun aber zu einem Fanatiker entwickelt, sagte der Diplomat. Der Friedensnobelpreisträger sei bereits mit schmutzigen Händen in den Nahen Osten gereist. Zurückgekommen sei er aber «mit blutigen Händen, nachdem er Chaled Maschaal, dem Führer der Hamas, die Hand gegeben hat». (AP/dpa)