Im außenpolitischen Teil des Interviews rief er China dazu auf, in der Tibetfrage «so viel Pragmatismus zu zeigen wie gegenüber Hongkong». Er versuche, einen Dialog Pekings mit dem Dalai Lama in Gang zu bringen, sagte Sarkozy. «Wenn es Frankreich nicht macht, wer macht es dann?» Eine Konfrontation mit Peking in der Tibetfrage lehnte er ab. Wenn man eine Lösung finden wolle, müsse man Verletzungen vermeiden. China repräsentiere ein Viertel der Menschheit. «Es liegt in meiner Verantwortung, dafür zu sorgen, dass kein chinesischer Nationalismus entsteht», der die Vorgänge nicht verstehe. «Tibet gehört zu China.» Das sei schon so gewesen, als Frankreich unter Charles de Gaulle China anerkannt habe.
Sarkozy bescheinigte China, gewaltige Fortschritte gemacht zu haben und der Welt in der Darfurkrise und im Atomstreit mit dem Iran zu helfen. Peking habe Vetorecht im UN-Sicherheitsrat. Im Streit um die Teilnahme an den Feiern der Olympischen Spiele wolle er als EU- Ratspräsident einen europäischen Konsens herbeiführen. Er merkte an, dass der britische Premierminister Gordon Brown in Peking dabeisein müsse, weil London die nächsten Spiele ausrichte.