Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Ein Jahr im Amt: 

Sarkozy lobt sich und räumt Fehler ein

24. Apr 2008 22:44
Nicht mehr so beliebt wie zu Beginn seiner Amtszeit: Nicolas Sarkozy
Bild vergrößern
Der französische Präsident Sarkozy hat in einem Interview seine Reformpolitik verteidigt und seine Außenpolitik erläutert. Von seinen sinkenden Umfragewerten zeigte er sich unbeeindruckt.

Kurz vor Ablauf seines ersten Amtsjahres hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy am Donnerstagabend in einem Fernsehinterview Rede und Antwort gestanden. «Ich habe 55 Reformen angefangen», sagte er. Er habe alle Reformen gleichzeitig begonnen, weil die Probleme alle zusammenhingen, fügte er hinzu. Mit Blick auf seine seit Monaten sinkenden Sympathiewerte in Umfragen meinte er: «Ich habe auch Fehler gemacht.» Er habe aber auch nicht damit gerechnet, fünf Jahre lang gute Umfragewerte zu haben, fügte er hinzu.

Sarkozy bekräftige, dass Frankreich im Konflikt mit den ausländischen Arbeitern ohne Papiere nicht nachgeben will. «Es kommt nicht in Frage, das wir massenhaft das Bleiberecht gewähren, das führt zu einer Katastrophe», sagte Sarkozy. Auch Spanien und Italien hätten diese Praxis mittlerweile aufgegeben, weil es nur weitere illegale Einwanderer anziehen würde. «Man wird auch nicht Franzose, bloß weil man irgendwo in einer Küche arbeitet», sagte Sarkozy. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob die etwa 800 Anträge der derzeit streikenden Arbeiter bevorzugt behandelt werden sollten.

Appell an China

Im außenpolitischen Teil des Interviews rief er China dazu auf, in der Tibetfrage «so viel Pragmatismus zu zeigen wie gegenüber Hongkong». Er versuche, einen Dialog Pekings mit dem Dalai Lama in Gang zu bringen, sagte Sarkozy. «Wenn es Frankreich nicht macht, wer macht es dann?»

Eine Konfrontation mit Peking in der Tibetfrage lehnte er ab. Wenn man eine Lösung finden wolle, müsse man Verletzungen vermeiden. China repräsentiere ein Viertel der Menschheit. «Es liegt in meiner Verantwortung, dafür zu sorgen, dass kein chinesischer Nationalismus entsteht», der die Vorgänge nicht verstehe. «Tibet gehört zu China.» Das sei schon so gewesen, als Frankreich unter Charles de Gaulle China anerkannt habe.

Sarkozy bescheinigte China, gewaltige Fortschritte gemacht zu haben und der Welt in der Darfurkrise und im Atomstreit mit dem Iran zu helfen. Peking habe Vetorecht im UN-Sicherheitsrat. Im Streit um die Teilnahme an den Feiern der Olympischen Spiele wolle er als EU- Ratspräsident einen europäischen Konsens herbeiführen. Er merkte an, dass der britische Premierminister Gordon Brown in Peking dabeisein müsse, weil London die nächsten Spiele ausrichte.

Weitere Truppen nach Afghanistan

Überdies verteidigte Sarkozy die Entsendung weiterer Truppen nach Afghanistan auch mit Hinweis auf die Sicherheit Pakistans. «Das ist kein Krieg. Wir sind an der Seite der Afghanen», sagte Sarkozy in einem TV-Interview. Die 700 Mann Verstärkung seien «eine Hilfe, damit die afghanische Armee den Stab übernehmen» könne. Man müsse «die Rückkehr dieser mittelalterlichen Leute» der Taliban verhindern, mit denen kein Dialog möglich sei. «Sollen wir El Qaeda das Feld überlassen?» Eindringlich fügte Sarkozy hinzu: «Wenn wir Afghanistan fallen lassen, fällt Pakistan wie ein Kartenhaus.» Und Pakistan habe die Atombombe. (nz/dpa)


 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Einigung mit Wenn und Aber: 
US-Truppenabzug aus Irak bis 2011 vereinbart
Wiederaufbau im Irak: 
Ein Geistergefängnis als Symbol
 
Irische Demonstranten verlangen Respekt für ihr Nein: 
Sarkozy ganz kleinlaut in Dublin
 
Entführung in der Provinz Parwan: 
Deutsche Geisel in Afghanistan befreit
 
Nach Gefangenenaustausch in Nahost: 
Hamas will deutsche Vermittler
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.