Bei der geplanten Amtsübernahme im Sommer oder Herbst erwartet die Bush-Regierung eine Einschätzung von Petraeus, ob sich die Bedingungen im Irak soweit stabilisiert haben, dass eine Truppenreduzierung möglich ist. Derzeit sind etwa 160.000 US-Soldaten im Irak und rund 28.000 in Afghanistan stationiert. Petraeus, der seit 15 Monaten im Irak ist und für die Aufstockung der Truppen um 30.000 Mann zuständig war, hatte sich allerdings jüngst gegen weitere Truppenverringerungen in naher Zukunft ausgesprochen.Bush Nachfolger sei zwar nicht gezwungen, an Petraeus und Odierno festzuhalten, allerdings sei es nicht üblich, diese Posten bei einem Wechsel im Weißen Haus zu verändern. «Es gibt keinen Fall, in dem ein neuer Präsident diese Offiziere ausgetauscht hat, sagte Stephen Biddle vom Rat für Auswärtige Beziehungen der »Washington Post«. Würde Bushs Nachfolger eine solche Entscheidung treffen, wäre das ein »echtes Statement«.
Viele Republikaner sind begeistert von Petraeus – auch der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain. Er schloss sich am Mittwoch dem Urteil Gates' an: Petraeus sei der qualifizierteste Mann für diesen Job. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen: Er habe zwar Vertrauen in die Fähigkeiten von Petraeus und Odierno, allerdings bezweifle er, dass die beiden eine entscheidende Wende im Krieg gegen den Terror herbeiführen könne, zitierte die Zeitung den früheren Zwei-Sterne-General John Batiste. «Auch die beste Armee der Welt kann eine misslungene nationale Strategie, die wichtigere diplomatische, politische und wirtschaftliche Komponenten außer acht lässt, nicht ausgleichen.»