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Krise in Simbabwe: 

Mugabe will sich in Koalitionsregierung retten

23. Apr 2008 16:23
Soll Einfluss behalten: Mugabe
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Eine simbabwische Zeitung hat überraschend eine Koalitionsregierung vorgeschlagen. Darin soll Präsident Mugabe Einfluss behalten. Derweil ist ein erstes Ergebnis der Neuauszählung veröffentlicht worden.

Zur Lösung der Krise in Simbabwe hat eine staatliche Zeitung eine Koalitionsregierung unter Führung von Präsident Robert Mugabe vorgeschlagen. Eine solche Regierung der nationalen Einheit könne unter Vermittlung der Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) gebildet werden und stelle «den sichersten Weg nach vorn» dar, hieß es am Mittwoch in einem Kommentar der Zeitung «Herald», die als Sprachrohr der Regierung Mugabes gilt.

«Die Lage in Simbabwe ist düster, aber noch ist nicht alles verloren», schrieb der Kolumnist Obediah Mazombwe. «Während die Regierungspartei aufhören muss, sich wie ein verletzter Büffel zu benehmen, muss die Opposition ihre Hysterie und ihre Entgleisungen in Wahnvorstellungen beenden.» Eine Koalitionsregierung könne die Verfassung reformieren und Neuwahlen unter regionaler und internationaler Beobachtung organisieren. Der Westen dürfe nicht länger darauf bestehen, dass Präsident Mugabe und seine Partei Zanu-PF nicht Teil eines künftig blühenden Simbabwe sein könnten, hieß es weiter.

In dem Kommentar wurden Oppositionsführer Morgan Tsvangirai und Kollegen aufgefordert, aus ihrem «virtuellen Exil» zurückzukehren und eine konstruktive Rolle in dem Konflikt einzunehmen. Der Kolumnist betonte, die Regierung habe die Wahlen Ende März nicht gefälscht. Die Opposition habe die Abstimmung nicht klar gewonnen. Die Wahlkommission veröffentlichte unterdessen ein erstes Ergebnis der Neuauszählung der abgegebenen Stimmen bei der Parlamentswahl. Im Bezirk Goromonzi wurde der Sieg der Regierungspartei bestätigt. Das Ergebnis änderte sich lediglich um eine Stimme, wie «Herald» berichtete. Die Opposition hatte die Neuauszählung gefordert.

ANC-Chef Zuma in London

Der Vorsitzende der südafrikanischen Regierungspartei ANC, Jacob Zuma, wollte Mugabe am Mittwoch nicht kritisieren. Die Wahlkommission in Simbabwe und nicht der Präsident sei dafür verantwortlich, dass die Ergebnisse der Präsidentenwahl noch immer nicht veröffentlicht worden seien, sagte Zuma in London. Die Regierung war bei der Parlamentswahl am 29. März knapp unterlegen. Die Ergebnisse der zeitgleichen Präsidentschaftswahl wurden bislang nicht bekanntgegeben. Die Neuauszählung der Stimmen in 23 Wahlkreisen könnte dazu führen, dass Mugabes Zanu-PF doch noch zum Wahlsieger erklärt wird. Der seit 28 Jahren regierende Mugabe klammert sich in dem verarmten Land an die Macht. (AP)


 
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