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Offensive im Süd-Irak: 

Briten und Amerikaner kämpfen wieder in Basra

23. Apr 2008 12:16
Britische Soldaten in Basra
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Die irakischen Regierungstruppen werden beim Vorgehen gegen Al-Sadr-Milizen von Besatzungssoldaten unterstützt. Auf diplomatischer Ebene versucht Ministerpräsident Al-Maliki unterdessen eine Annäherung an arabische Staaten.

Trotz wochenlanger Kämpfe und verschiedenen Ultimaten seitens der irakischen Regierung gehen im Süden des Iraks die Kämpfe zwischen den Al-Sadr-Milizen und Regierungstruppen mit unverminderter Härte weiter.

Wie der britische Sender BBC berichtete, unterstützen nun sowohl britische als auch amerikanische Spezialeinheiten in der Stadt Basra massiv den Kampf der Iraker gegen die schiitische Aufständischen. Demnach wurden in den vergangenen zwei Wochen bis zu 1000 US-Soldaten nach Basra verlegt, die aus anderen Teilen des Landes und des Nahen Osten in den Südirak verlegt wurden. Besatzungsmacht dort sind die Briten, die rund 4100 Soldaten dort stationiert haben.

Das Eingreifen der Amerikaner und Briten zeige die Skepsis gegenüber den Fähigkeiten der irakischen Streitkräfte, die Lage in der Hafenstadt wirklich unter Kontrolle zu bringen, sagte der BBC- Korrespondent in Bagdad. Ziel des Einsatzes sei unter anderen die Festnahme führender Mitglieder der sogenannten «Mahdi-Armee» des radikalen Schiitenpredigers Muktada al-Sadr. Auch andere Milizenführer und Angehörige eines lokalen Stammes seien im Visier der Briten und Amerikaner.

Neue Frist für Mahdi-Milizen

Am Dienstag setzten die irakischen Streitkräfte den Anführern der Mahdi-Miliz in Basra eine Frist. General Mohan al Freidschi sagte, ihm lägen Haftbefehle für 81 Menschen vor, darunter ranghohe Mitglieder der schiitischen Mahdi-Miliz. Die Gesuchten hätten 24 Stunden Zeit, sich zu ergeben. Die Stadt und die umliegende Provinz sind nach Angaben des Generals wieder unter Kontrolle der Regierung. Al Sadr wird im Iran vermutet.

In den letzten Wochen hatte die irakische Regierung mehrere Versuche unternommen, die Milizen entweder mit Gewalt oder mit Verhandlungsangeboten zu entwaffnen. Bisher allerdings vergebens: Die Kämpfe zwischen den Milizen und irakischen Verbänden halten an und griffen von Basra auf andere Teile des Iraks über.

Al-Maliki wünscht sich Unterstützung durch Araber

Unterdessen rief die irakische Regierung die Nachbarländer zu verstärkter politischer und finanzieller Hilfe auf. Zum Auftakt einer Konferenz der Anrainerstaaten des Iraks in Kuwait sagte Ministerpräsident Nuri Al- Maliki am Dienstag, die Lage im Irak habe sich seit den Vorgängertreffen in der Türkei und in Ägypten im vergangenen Jahr spürbar verbessert. Die Versöhnungsbemühungen und die Militäroffensiven der Regierung in der Anbar-Provinz nördlich Bagdads gegen Al-Qaeda-Kämpfer und gegen schiitische Milizen in der Hafenstadt Basra seien erfolgreich verlaufen. Eine schon vor Monaten angekündigte Offensive gegen Militante in der nördlichen Provinz Ninive wird laut Al-Maliki vorbereitet.

Die von Schiiten und Kurden dominierte irakische Regierung ringt schon seit mehr als zwei Jahren um die Anerkennung der mehrheitlich von Sunniten regierten arabischen Staaten. So wünschen sich die Iraker unter anderem, zu arabischen Staaten volle diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Diese aber scheuen davor zurück wegen der anhaltenden Gewalt im Irak, die sich auch gegen Diplomaten richtet. Angeblich seien nun aber einige arabische Staaten bereit, ihre diplomatischen Vertretungen im Irak auszubauen. Das hatte US-Außenministerin Condolezza Rice am Montag in Bahrain gesagt, nachdem sie sich mit acht arabischen Außenministern beraten hatte.

Bei der Konferenz in Kuwait dürfte auch über die Modalitäten für den Erlass zumindest eines Teils der 67 Milliarden Dollar hohen irakischen Schulden bei den Golfstaaten gesprochen werden. Für die EU versicherte Sloweniens Aussenminister Dimitrij Rupel, die EU werde weiter die Bemühungen unterstützen, «einen sicheren, stabilen, demokratischen, erfolgreichen, vereinigten und territorial zusammenhängenden Irak zu errichten.»

Neue Anschläge durch Selbstmordattentäter

Derweil ging die Gewalt im Irak weiter. An einer Straßensperre in Ramadi, 100 Kilometer nördlich Bagdads, sprengte sich am Dienstag ein Selbstmordattentäter in die Luft. Nach einem Bericht des US-Militärkommandos wurden bei dem Anschlag an einer Straßensperre in der Stadt Ramadi drei US-Soldaten, zwei irakische Polizisten und 24 Zivilisten verletzt.

In der irakischen Provinz Dijala hat sich eine Frau vor dem Eingang einer Polizeiwache in die Luft gesprengt und neun Menschen mit in den Tod gerissen. Die Polizei erklärte am Dienstag, bei den Todesopfern handele es sich um acht Polizisten und einen kurdischen Wachmann. Zehn weitere Menschen erlitten Verletzungen. (nz/dpa/AP)



 
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