Illegale Einwanderung: 

netzeitung.deUSA rüsten «virtuellen Zaun» zu Mexiko auf

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Ein Teil des High-Tech-Zauns an der mexikanischen Grenze (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ein Teil des High-Tech-Zauns an der mexikanischen Grenze
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zig Millionen Dollar hat das Prestigeobjekt die US-Regierung gekostet. Die Erwartungen hat es nicht erfüllt. Weil nur ein Bruchteil der Flüchtlinge gestoppt wird, soll der High-Tech-Zaun jetzt erweitert werden - Kosten unbekannt.

Die USA ersetzen einen erst vor zwei Monaten fertiggestellten High-Tech-Zaun an der Grenze zu Mexiko. Die als «virtueller Zaun» bezeichnete Anlage in einem 45 Kilometer langen Grenzabschnitt südwestlich von Tucson habe zu viele Lücken offen gelassen, sagten zuständige Regierungsbeamte am Dienstag in Washington.

Die am 22. Februar von Heimatschutzminister Michael Chertoff abgenommene Anlage besteht aus neun Türmen mit moderner Überwachungstechnik. Die Kosten der von Boeing errichteten Anlage beliefen sich auf 20 Millionen Dollar. Statt dieser Einrichtungen will das Heimatschutzministerium jetzt 17 neue Türme mit einer anderen Kamera- und Radartechnik aufstellen. Der «virtuelle Zaun» habe dazu beigetragen, mehr als 3000 Personen beim illegalen Grenzübertritt festzunehmen, teilte der Leiter der Initiative Sichere Grenze (SBI), Greg Giddens, mit. Dies war aber nur ein Bruchteil der Flüchtlinge, die täglich über den «Sasabe-Korridor» in die USA gelangen.

Größter Einkommensunterschied der Welt
150.000 illegale mexikanische Einwanderer kommen jährlich in die USA. Der Großteil von ihnen bleibt Kalifornien oder Texas. In Kalifornien sind schon heute ein Viertel der Einwohner Immigranten, die im letzten Jahrzehnt eingewandert sind. Die Mexikaner brechen alle Rekorde. Von allen Einwanderungsgruppen stellen sie die meisten Illegalen, die meisten Armen, die meisten ohne Krankenversicherung.

Die Grenze zwischen den USA und Mexiko gehört zu am stärksten gesicherten der Welt. Über 3000 Kilometer zieht sie sich entlang der vier Bundesstaaten Kalifornien, Arizona, New Mexiko und Texas. Diese Grenze ist deswegen so brisant, weil nirgendwo auf der Welt der Einkommensunterschied so groß wie hier ist.

Tod durch Verdursten
Und es ist die tödlichste Grenze: Ein trauriger Rekord wurde im letzten Jahr festgestellt: In den ersten acht Monaten starben 371 Menschen bei dem Versuch illegal über die grenze zu gelangen. Damit erhöhte sich die Zahl der Grenztoten seit 1990 auf über 3000. Die meisten von ihnen sterben auf grausame Weise durch Verdursten in der Wüste. Um die Bergung der Leichen kümmern sich freiwillige Helfer der Organisation Humane Borders (Menschliche Grenzen). Die Mitglieder stellen auch Wasserbehälter in der Wüste auf, um den Flüchtlingen zu helfen.

Pfarrer Robin Hoover, der die Organisation gegründet hat, machte die verstärkte Grenzsicherung für die höhere Zahl von Toten verantwortlich. Dadurch würden die Flüchtlinge gezwungen, immer gefährlichere Wege in Kauf zu nehmen. (nz/AP)