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US-Vorwahlen: 

Wahlschlacht wird für Demokraten zum Alptraum

23. Apr 2008 11:14
Hillary Clinton feiert überschwänglich ihren Sieg in Pennsylvania
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Die gegenseitigen Beleidigungen und Verletzungen zwischen Hillary Clinton und Barack Obama werden weitergehen. Eine grausige Vorstellung für die Demokraten, von denen einige bereits ein Ende des Rennens fordern.

Die Vorwahl in Pennsylvania hat keine entscheidende Wende im Wettstreit um die demokratische Präsidentschaftskandidatur gebracht. Führende Demokraten fürchten, dass die bitteren Grabenkämpfe zwischen den beiden Bewerbern Hillary Clinton und Barack Obama noch wochenlang so weitergehen werden – zum Schaden der Bewerber und der Partei.

«Es ist genau das eingetreten, was ich befürchtet habe», zitierte die «New York Times» den Gouverneur von Tennessee, Phil Bredesen - ein Demokrat, der sich bisher noch für keinen der beiden Präsidentschaftsbewerber ausgesprochen hat. «Sie machen weiter, prügeln, beleidigen und beschädigen sich, und keiner wird gewinnen». Es müsse ein Weg aus diesem Dilemma gefunden werden, fordert Bredesen.

Zweifel an Obamas Wählbarkeit

Die New Yorker Senatorin hat die Vorwahl am Dienstag in Pennsylvania mit 55 Prozent für sich entschieden – mit einem aggressiven und angst schürenden Wahlkampf. Der Senator aus Illinois erreichte 45 Prozent. Clinton gewann zum dritten Mal in Folge einen großen Bundesstaat, was ihrem afro-amerikanischen Widersacher bisher noch nicht gelungen ist.

Das lässt erneut Zweifel an der allgemeinen Wählbarkeit von Obama zum Präsidenten der Vereinigten Staaten aufkommen, schreibt die «NYT». Viele Demokraten gehen davon aus, dass es am Ende keinen echten Sieger geben wird und dass die Spaltung der Wähler den Republikanern in die Hände spielt. Einer aktuellen Umfrage zufolge würden im Falle eines Kandidaten Obama 21 Prozent der katholischen, demokratischen Wähler im November für den republikanischen Senator John McCain stimmen.

McCain profitiert

Die demokratische Partei, vor wenigen Monaten noch voller Energie und Optimismus, befindet sich in einer Situation, mit der niemand gerechnet hat: Sie müssen zusehen, wie sich ihre vielversprechenden Bewerber gegenseitig zerfleischen, während sich der bereits feststehende Kandidat der Republikaner, John McCain, ungehindert auf den Hauptwahlkampf vorbereiten kann. Dieser profitiert von dem zermürbenden Wettstreit der Demokraten: In landesweiten Umfragen liegt er knapp vor Clinton und Obama.

Obama hat seit Wochen einen deutlichen Vorsprung bei den Delegiertenstimmen insgesamt. Nach vorläufigem Stand führt er inzwischen mit insgesamt 1705 Delegierten, während Clinton auf 1575 kommt. Für eine Nominierung sind 2025 Delegierte nötig. Dieser Vorsprung wiegt schwer und dürfe von den so genannten Superdelegierten, die in ihrer Entscheidung nicht an das Votum der Basis gebunden sind, nicht ignoriert werden, meinen führende Demokraten.

Spiel auf Zeit

Seit Wochen spielt Clinton auf Zeit, in der Hoffnung, dass irgendetwas passiert, was die Superdelegierten in ihrer Entscheidung zu ihren Gunsten beeinflussen könnte. Doch das werde der Partei schaden, ist Gouverneur Bredesen überzeugt. Er steht mit seiner Forderung, den Wettstreit zu beenden, offenbar nicht allein.

Clinton macht indes keine Anstalten, sich aus dem Rennen zu verabschieden, schon gar nicht nach dem Sieg in Pennsylvania. Obwohl auch ihre finanzielle Situation höchst bedenklich ist, denn Obama hat weit mehr Geld gesammelt als die Senatorin. Es werde den Parteifunktionären wohl nichts anderes übrig bleiben, als Druck auszuüben und der Senatorin klar zu machen, das Feld zu räumen, schlussfolgert die «NYT».

 
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