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Nahost-Konflikt: 

Hamas akzeptiert Palästinenser-Staat

21. Apr 2008 20:43
Chaled Maschaal will Israel nicht offiziell anerkennen
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Der Führer der Organisation, Maschaal, hält einen Staat in den Grenzen von 1967 für möglich. Eine offizielle Anerkennung des Staates Israel schloss er jedoch aus. Maschaal war zuvor mit Ex-US-Präsident Carter zusammengekommen.

Die radikalislamische Hamas hat Israel unter bestimmten Bedingungen einen zehnjährigen Waffenstillstand angeboten. Dazu müsse ein souveräner palästinensischer Staat auf der Grundlage der Grenzen von 1948 errichtet werden, forderte der im syrischen Exil lebende Hamas-Führer Chaled Maschaal am Montag.

Damit würde die Hamas den bisher verteidigten Anspruch auf noch weitere Gebiete aufgeben und die Existenz Israels implizit anerkennen, nicht jedoch offiziell. Israel müsse die 1967 eroberten Gebiete, das Westjordanland, den Gazastreifen und Ostjerusalem, aufgeben und der Kontrolle der Palästinenser übergeben. Der palästinensische Staat soll Jerusalem zur Hauptstadt haben.

Hamas schlägt zehnjährigen Waffenstillstand vor

Maschaal erläuterte allerdings nicht , ob er nur den arabischen Ostteil oder die ganze Stadt meinte. «Wir haben einen Waffenstillstand angeboten, wenn sich Israel auf die Grenzen von 1967 zurückzieht, einen Waffenstillstand von zehn Jahren als Beweis der Anerkennung», sagte Maschaal. Eine offizielle Anerkennung des Existenzrechts Israels sei jedoch nicht möglich.

Maschaals Forderung nach einem eigenen Staat an Israels Seite konnte indes als stillschweigende Anerkennung verstanden werden. Maschaal nutze für den angebotenen Waffenstillstand das arabische Wort «hudna», das deutlich konkreter ist als das bislang verwendete «tahdija», das eher einer Feuerpause entspricht. Dieses Angebot habe er am Wochenende auch in zwei Treffen mit dem ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter besprochen, sagte Maschaal.

Carter plädiert für direkte Gespräch Israels mit der Hamas

Carter forderte Israel außerdem zu direkten Gesprächen mit der Hamas auf. Die gegenwärtige Strategie, Hamas und Syrien auszuschließen, funktioniere einfach nicht, sagte Carter am Montag zum Abschluss eines neuntägigen Aufenthalts in der Region in Jerusalem. Er hatte sich in der vergangenen Woche mit Hamas-Führungsmitgliedern in Syrien getroffen und war dafür heftig kritisiert worden.

Carter hatte am Montag betont, die Hamas sei bereit, Israel anzuerkennen. Es gebe keinen Zweifel daran, dass sowohl die arabische Welt als auch die Hamas das Recht Israels akzeptieren würden, friedlich in den Grenzen von 1967 zu existieren, sagte Carter.

Ex-US-Präsident sieht keine Fortschritte

Die Hamas werde die Bemühungen des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas um ein Friedensabkommen mit Israel nicht torpedieren und einen palästinensischen Staat im Westjordanland und dem Gazastreifen akzeptieren. Die Organisation fordert laut Carter allerdings, dass ein von Abbas ausgehandeltes Abkommen dem Volk zur Abstimmung vorgelegt wird.

Israel zeigte Carter wegen der Treffen die kalte Schulter. «Das Problem besteht nicht darin, dass ich mich in Syrien mit der Hamas getroffen habe», sagte er darauf. «Das Problem besteht darin, dass Israel und die Vereinigten Staaten jemanden nicht treffen wollen, der einbezogen werden muss.» Carter sagte, die Friedensbemühungen hätten seit der Konferenz in Annapolis im November keine Fortschritte gemacht. Er fügte hinzu, die Hamas sei zu einer Waffenruhe im Gazastreifen bereit. (AP)

 
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