21. Apr 2008 17:10
Frankreichs Präsident hat in seinem ersten Jahr eher die Boulevard-Spalte der Zeitungen gefüllt, als sich politisch einen Namen zu machen. Laut einer Umfrage halten die wenigsten Franzosen seine Arbeit für erfolgreich.
Erwartungsgemäß ist die Kritik bei Sympathisanten der Linken mit 79 Prozent besonders stark. Aber auch im konservativen Regierungslager hält nur etwa jeder zweite (52 Prozent) Sarkozys erste Monate im Amt für gelungen. Etwa zwei Drittel der Arbeiter halten Sarkozys Politik für einen Misserfolg. Sarkozy will am Donnerstag in einem eineinhalbstündigen Fernseh-Interview mit mehreren Journalisten die eigene Bilanz seines ersten Amtsjahres ziehen. Kürzlich erst hatte er sich mit seinen Ergebnissen sehr zufrieden gezeigt und betont, dass Regieren leichter sei, als er gedacht hatte.
Sarkozy hatte sich am 6. Mai 2007 im zweiten Wahlgang gegen die sozialistische Kandidatin Ségolène Royal durchgesetzt. Die anfängliche Begeisterung vieler Franzosen angesichts seines schwungvollen Politikstils war nach einigen Monaten einer Frustration über anhaltende wirtschaftliche Probleme des Landes gewichen.
Die Aufregung über das Liebesleben des Präsidenten hat sich nach dessen Scheidung von seiner zweiten Frau Cécilia und der Hochzeit mit der italienischen Sängerin Carla Bruni mittlerweile gelegt. Carla Sarkozy habe geholfen, ihren Mann zu «präsidentialisieren», schreiben französische Medien. (dpa)