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Autonomiebestrebungen der Himalaya-Region: 

China will Tibetern Patriotismus einimpfen

21. Apr 2008 11:35
Sollen auf Zack gebracht werden: Protestierende Tibeter
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Im Kampf um die Vorherrschaft in der Krisenregion Tibet setzt die chinesische Regierung auf Indoktrination: Parteimitglieder sollen für eine politische Kampagne zwei Monate nach Lhasa reisen und dabei den Dalai Lama verurteilen.

China hat im Kampf gegen die tibetischen Autonomiebestrebungen eine Kampagne der «patriotischen Erziehung» in der Himalaya-Region gestartet. Die Zeitung «Tibet Daily» berichtete am Montag, die zweimonatige Aktion solle die Beziehungen zwischen der Öffentlichkeit und der Kommunistischen Partei stärken. Auf diese Weise wolle man die Teilungspläne der «Dalai-Clique» torpedieren.

Parteimitglieder sollen den Plänen zufolge die Bewohner der tibetischen Hauptstadt Lhasa und der umliegenden Regionen über die Unruhen vom 14. März aufklären, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Dabei sollten Videos und Fotos zum Einsatz kommen. Gerichtet sei sie vor allem an Funktionäre und Parteimitglieder. Ziel sei es, «Separatismus zu bekämpfen, die Stabilität zu schützen und die Entwicklung zu fördern». Eine «einheitliche Denkweise» und eine «geschlossene Haltung von Offiziellen und der Masse» sollten erreicht werden.

Fackel in Kuala Lumpur

Außerdem sind organisierte Denunzierungssitzungen geplant, bei denen der Dalai Lama verurteilt werden soll. Ähnliche patriotische Kampagnen gibt es in den tibetischen Klöstern bereits seit mehr als zehn Jahren. Die Mönche dort müssen den Dalai Lama, ihr geistliches Oberhaupt, verurteilen und Peking ihre Loyalität versichern.

Zum Auftakt des olympischen Fackellaufs in Malaysia wurde am Montag eine japanische Familie festgenommen. Die Polizei erklärte, die beiden Erwachsenen und ein Junge hätten ein protibetisches Plakat entfaltet. Die drei wurden nach Angaben von Augenzeugen von Chinesen bei ihrer Aktion behindert. Nach dem Zwischenfall begann der Fackellauf durch Kuala Lumpur, der von 1000 Polizisten gesichert wurde.

Sarkozy lädt chinesische Fackelträgerin ein

Nach antichinesischen Protesten bei bisherigen Stationen des Fackellaufs änderten die Behörden in Japan die Strecke für die Veranstaltung am kommenden Samstag. Begründet wurde die Entscheidung mit Sicherheitsbedenken. Außerdem verzichtete ein Tempel aus Sympathie für die Unabhängigkeitsbewegung in Tibet auf seine Beteiligung an dem Fackellauf in der Stadt Nagano, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy lud unterdessen eine junge Chinesin zu einem Besuch ein, die trotz ihrer Behinderung die olympische Fackel in Paris gegen einen protibetischen Demonstranten verteidigt hatte. Der französische Senatspräsident Christian Poncelet überreichte der 28-jährigen Jin Jing einen entsprechenden Brief des Staatspräsidenten, wie eine Sprecherin des französischen Konsulats in Schanghai erklärte. Ein Datum für den Besuch gebe es noch nicht. Jin wurde in China als «lächelnder Engel im Rollstuhl» gefeiert. (AP/nz)


 
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