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Zur Stärkung der Menschenrechte: 

Papst verlangt Einmischung von UN

18. Apr 2008 18:56
Er sprach Französisch und Englisch.
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Es war der politische Höhepunkt seiner USA-Reise: Vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen mahnte Benedikt XVI. die internationale Gemeinschaft, Unrecht in ihren Mitgliedsstaaten nicht untätig zu dulden.

Papst Benedikt XVI. hat in einer Rede vor den Vereinten Nationen (UN) in New York eine Stärkung der Menschenrechte sowie mehr vorbeugende Konfliktlösung gefordert. «Das Einstehen für Menschenrechte ist nach wie vor der beste Weg, um Ungleichheiten zwischen Ländern und gesellschaftlichen Gruppen abzubauen und für mehr Sicherheit zu sorgen», sagte er am Freitag vor der UN-Generalversammlung. Eindringlich mahnte er zu Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Solidarität mit der Dritten Welt, äußerte sich allerdings nicht direkt zu konkreten Konflikten wie etwa den Irakkrieg oder Nahost.

Die Rede vor den UN galt als politischer Höhepunkt der sechstägigen USA-Reise Benedikts. Eindringlich trat Benedikt für das Recht auf Einmischung der internationalen Gemeinschaft bei Konflikten ein. «Jeder Staat hat die vorrangige Pflicht, seine eigene Bevölkerung zu schützen«, sagte der Papst. Doch «wenn Länder nicht in der Lage sind, diesen Schutz zu gewährleisten, muss die internationale Gemeinschaft mit den in der Charta der Vereinten Nationen vorgesehenen Rechtsmitteln und mit anderen internationalen Instrumenten eingreifen». Es dürfe keine Untätigkeit und Gleichgültigkeit geben. «Im Gegenteil: Indifferenz und Nicht-Handeln ist das, was wirklich Schaden anrichtet.»

In einer unerwarteten Geste der Versöhnung hatte Benedikt bereits am Donnerstagabend in Washington eine Gruppe von Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische US-Priester empfangen. In dem «sehr emotionalen Treffen» hatten nach Angaben des Vatikans mehrere Teilnehmer geweint. Benedikt habe sich die persönlichen Berichte der Männer und Frauen angehört, anschließende betete er mit ihnen. Es sei das erste Mal gewesen, dass ein Papst Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester empfing, hieß es.

«Selbst die geringfügigsten Zeichen» nutzen

Zur vorbeugenden Konfliktregelung sagte Benedikt vor den Vereinten Nationen, alle diplomatischen Mittel und «selbst die geringfügigsten Zeichen» von Dialogbereitschaft müssten genutzt werden. Zugleich schloss Benedikt aber «kollektive Aktionen der internationalen Gemeinschaft» nicht aus. Der Papst hielt seine Reden teilweise auf Französisch, der traditionellen Diplomatensprache, und auf Englisch.

Bereits zuvor hatte der Vatikan signalisiert, dass Benedikt «nicht auf einzelne Konfliktherde» in der Welt eingeht. Ausdrücklich wandte sich der Papst den Themen Unterentwicklung in der Dritten Welt, Umwelt- und Klimaschutz zu. Diese Herausforderungen verlangten gemeinsames Handeln der Internationalen Gemeinschaft und «Solidarität mit den schwächsten Regionen der Welt». Afrika und andere Entwicklungsländer liefen heute immer mehr Gefahr, «nur die negativen Seiten der Globalisierung zu erleben».

Warnung vor «Verletzung der Schöpfungsordnung»

Zugleich ging das Oberhaupt der Katholiken auf aktuelle ethische Fragen ein. Mit Blick auf Gentechnologie am Menschen und Stammzellenforschung warnte der Papst vor «Verletzung der Schöpfungsordnung». Moderne Forschung und Technologie dürften nicht im Gegensatz zum «heiligen Charakter des Lebens» stehen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beschwor in einer kurzen Begrüßungsrede die Gemeinsamkeiten zwischen der Kirche und der Weltorganisation. «Eure Heiligkeit, unsere Mission vereint uns auf so viele Arten mit Ihrer.» Gemeinsame Ziele seien der Kampf gegen Armut, der Einsatz für Frieden und Freiheit und das Engagement für einen offenen Dialog zwischen den Religionen und Kulturen. (dpa)


 
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