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Anschlag von Extremisten: 

Selbstmordattentäter tötet Trauergäste im Irak

17. Apr 2008 14:26
Verletzte des Attentats
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Bei einem Angriff auf Teilnehmer einer Beerdigung sind Dutzende Menschen getötet worden. Es war der schwerste Anschlag seit Anfang März.

Ein Selbstmordanschlag mit mindestens 50 Toten hat im Irak die Sorge verstärkt, dass der Aufstand sunnitischer Extremisten neu aufflammen könnte. Der Anschlag richtete sich gegen die Trauergäste bei einer Beerdigung in der Ortschaft Albu Mohammed, 150 Kilometer nördlich von Bagdad nahe der Stadt Tus Chormato. Nach Angaben der Polizei zündete der Attentäter in dem Dorf während der Trauerfeier einen Sprengstoffgürtel.

Beigesetzt wurden zwei Brüder, die einem örtlichen «Erweckungsrat» angehörten. Dabei handelt es sich um Sunniten, die sich zum Widerstand gegen die Terrororganisation Al Kaida im Irak zusammengeschlossen haben und die US-Streitkräfte unterstützen. Die Brüder wurden am Mittwoch ermordet, wie die Polizei in der nahegelegenen Stadt Kirkuk mitteilte.

Al Qaeda formiert sich neu im Irak

Der Anschlag war der schwerste seit dem 6. März, als in Bagdad 68 Menschen getötet wurden. Die US-Streitkräfte haben das relative Abflauen der Gewalt in den sunnitischen Gebieten als Erfolg einer veränderten Strategie bewertet. Dazu gehört auch die Unterstützung der Erweckungsräte. Am Mittwoch sagte US-Generalmajor Kevin Bergner, es müsse immer wieder damit gerechnet werden, dass sich die Al Qaeda im Irak neu formiere und Anschläge verübe. An der verbesserten Gesamtsituation habe sich aber nichts geändert.

Ein weiteres Problem für die Sicherheitslage im Irak ist neben den sunnitischen Extremisten der Widerstand der Mahdi-Miliz des schiitischen Geistlichen Muktada al Sadr. Die irakischen Streitkräfte haben am 25. März eine Offensive gegen die antiamerikanische Miliz begonnen. Seitdem kommt es in Basra sowie im Bagdader Stadtteil Sadr City immer wieder zu heftigen Kämpfen.

Tus Chormato liegt in der Nähe der Vielvölkerstadt Kirkuk im Nordosten des Landes. In der Region leben vor allem Kurden und sunnitische Muslime sowie Schiiten aus dem irakischen Süden, die unter Ex-Präsident Saddam Hussein im Zuge der «Arabisierungspolitik» dort angesiedelt worden waren. (dpa/AP)


 
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