Krise im Kaukasus: 

netzeitung.deGeorgien verärgert über Moskaus Vorstoß

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Die Republik Abchasien ist international nicht anerkannt (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Republik Abchasien ist international nicht anerkannt
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Russland betreibt eine «de facto Annexion» von Landesteilen Georgiens, glaubt die Regierung in Tiflis. In dem eskalierenden Konflikt im Kaukasus garantierten die USA Georgien ihre «unerschütterliche» Unterstützung.

Mit Verärgerung hat die Regierung Georgiens auf Moskauer Pläne für eine diplomatische Annäherung an die von Tiflis abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien reagiert. Dies sei eine «de facto Annexion» der beiden Provinzen, sagte der georgische Außenminister David Bakradse nach Angaben des britischen Senders BBC. In Tiflis trat am Mittwochabend der nationale Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung zusammen.

Russlands scheidender Präsident Wladimir Putin hatte am Mittwoch die diplomatische Annäherung seines Landes an Abchasien und Südossetien beschlossen. Putin ordnete eine Zusammenarbeit mit den Behörden der international nicht anerkannten Republiken an, die von Moskau ohnehin schon seit Jahren unterstützt werden. Russische Politiker hatten nach der vom Westen unterstützten Unabhängigkeitserklärung des Kosovos gedroht, im Gegenzug Abchasien und Südossetien als eigenständige Staaten anzuerkennen.

«Unerschütterliche» Unterstützung der USA
Als Reaktion auf den Vorstoß Moskaus sicherten die USA Georgien ihre «unerschütterliche» Unterstützung bei der Bewahrung der territorialen Integrität des Landes zu. Die US-Regierung prüfe noch, welche konkreten Auswirkungen der russische Schritt tatsächlich habe, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, am Mittwoch in Washington.

Abchasien und Südossetien hatten sich nach dem Zerfall der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre in Bürgerkriegen von Georgien abgespalten. In der russischen Politik ist die Haltung zu den beiden angrenzenden Regionen uneinheitlich. Es wird auch vor einer Destabilisierung der Lage im Kaukasus gewarnt. Der Kreml muss fürchten, dass die Vorbereitungen der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi beeinträchtigt werden könnten. Der Austragungsort liegt weniger als 50 Kilometer von der Grenze zu Abchasien entfernt. (dpa)