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Jahrestag der Staatsgründung: 

Israel wird zur Partyzone im Zeichen der 60

15. Apr 2008 10:44
Seit 1948 weht der Davidstern über Palästina
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Ob Hochzeiten, Wanderwege, Gedenkstätten oder Ehrungen für Jubilare: Bei den Feiern zum runden Staatsgeburtstag in Israel dreht sich alles um die gleiche Zahl. Viele prominente Freunde wollen mitfeiern.

Ungeachtet der schwierigen Lage in Nahost will Israel zum 60. Jahrestag seiner Gründung ausgelassen feiern. Knapp 100 Millionen Schekel (gut 18 Millionen Euro) sollen die aufwändigen Festlichkeiten kosten, deren zentrales Thema die israelischen Kinder sind. Auf dem Programm stehen dabei Dutzende von feierlichen Ereignissen, die zum Teil bis ins nächste Jahr andauern sollen. Drei große 60-Jahre-Partys sind geplant – an den Küstenorten Achsiw und Nizanim sowie auf dem Rabin-Platz im Zentrum Tel Avivs.

Am Vorabend des Unabhängigkeitstags am 7. Mai sollen Feuerwerke mit Musikbegleitung an zahlreichen Orten von Eilat im Süden bis Naharia im Norden den Himmel über Israel erleuchten. Am Unabhängigkeitstag (8. Mai) selbst, der stets nach dem hebräischen Kalender berechnet wird, sind mehrere Flugshows mit Fallschirmjägern sowie Schiffsparaden vor der israelischen Küste geplant. In der Stadt Rahat beginnt am Unabhängigkeitstag zudem ein Beduinenfestival, das ein Streben nach Toleranz und Erziehung zur Koexistenz symbolisiert.

Konferenz mit Bush, Streisand und Gorbatschow

Ein weiterer Höhepunkt der Feierlichkeiten ist eine von Präsident Schimon Peres organisierte dreitägige Konferenz, zu der Staatsgäste aus aller Welt erwartet werden. Die Veranstaltung «Facing Tomorrow», die am 13. Mai beginnt, befasst sich mit der Zukunft der Weltgemeinschaft, des jüdischen Volkes und Israels. Ihre Teilnahme haben bislang zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wie US-Präsident George W. Bush, der ehemalige britische Premierminister Tony Blair, die jüdische US-Sängerin Barbara Streisand, der französische Außenminister Bernard Kouchner und der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow bestätigt. Aus der Wirtschaft werden der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Google-Erfinder Sergei Brinn und Medienzar Rupert Murdoch erwartet.

Die Feiern sind auf die Zukunft ausgerichtet, befassen sich jedoch auch mit dem Leid der Vergangenheit. Zur Erinnerung an die während des Holocaust von den Nationalsozialisten ermordeten jüdischen Kinder haben Kinder in Israel 1,5 Millionen Murmeln gesammelt, die in Holon südlich von Tel Aviv ausgestellt werden sollen. Überdies werden 60 Gedenkstätten renoviert, die an die während des Unabhängigkeitskriegs von 1948 getöteten israelischen Soldaten erinnern.

Ein Hoch auf die Immigranten

Im Rahmen der Feierlichkeiten soll auch ein etwa 60 Kilometer langer Pfad um den See Genezareth im Norden des Landes eingeweiht werden. Als Würdigung der zentralen Bedeutung der Immigration für den jungen Staat werden 60 Einwandererpaare in der Küstenstadt Caesarea heiraten. Auch fröhliche Geburtstagspartys für Israelis, die am Tag der Staatsgründung (14. Mai 1948) geboren wurden, sind vorgesehen.

Mit Ende des britischen Mandats für Palästina hatte der Staatsgründer David Ben Gurion in Tel Aviv die Unabhängigkeitserklärung verlesen. Umgehend erklärten Ägypten, Jordanien, der Libanon, der Irak, Syrien, der Jemen und Saudi-Arabien dem neuen Staat den Krieg. Während des ersten Nahostkriegs, der bis Juli 1949 dauerte, verloren etwa 700.000 Palästinenser durch Flucht oder Vertreibung ihre Heimat. Sie begehen den Tag seitdem als «Nakba», die Katastrophe.

Eine Foto-Ausstellung zur Geschichte des Staates Israel ist noch bis zum 20. April im Berliner Willy-Brandt-Haus zu sehen (täglich 12 bis 18 Uhr). Sie zeigt Arbeiten der Fotografen Paul Goldman und David Rubinger aus 60 Jahren, die heute Teil des visuellen Gedächtnisses Israels sind. Paul Goldman dokumentierte zwischen 1943 und 1961 den im Entstehen begriffenen jungen Staat Israel. Sein Kollege David Rubinger sicherte 1998 den wertvollen Nachlass von Goldman und machte ihn der Öffentlichkeit zugänglich. Rubingers eigene Fotos setzen die Bilder-Geschichte bis in die jüngere Vergangenheit fort. Die beeindruckende Schau «60 Jahre Pressefotografie aus Israel» wird erstmals in Deutschland gezeigt. (nz/dpa)


 
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