14.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ein immer größer werdendes Problem: Skinheads in Russland
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Hitler sah in Russen nur «nicht-arische Untermenschen», dennoch wird der Diktator von Neonazis in Russland verehrt. Das geht so weit, dass Ausländer am Geburtstag des «Führers» Angst um ihr Leben haben müssen.
In Russland haben Menschenrechtler zum Geburtstag des Nazi-Diktators Adolf Hitler (1889-1945) am kommenden Sonntag Ausländer aus Afrika und Asien vor Gewalttaten von Neofaschisten gewarnt. Am 20. April und auch an den Tagen zuvor seien in Russland verstärkt Angriffe von Skinheads und anderen Rechtsradikalen gegen ausländische Studenten und Hilfsarbeiter zu befürchten, sagte am Montag Alexander Brod vom Moskauer Büro für Menschenrechte nach Angaben der Agentur Interfax. Seit einigen Jahren würden ausländische Studenten in Moskau angewiesen, am 20. April nicht ihr Wohnheim zu verlassen.
Das russische Internet sei voll von Gewaltaufrufen rechtsradikaler Organisationen. Es zähle zu den Absurditäten des politischen Extremismus, dass Hitler ausgerechnet in Russland von Extremisten verehrt wird. Seine Rassenideologie und das Streben nach einer autoritär geführten Volksgemeinschaft finden beim einstigen Kriegsgegner bis heute Nachahmer. Ignoriert wird, dass Hitler die Russen als «nicht-arische Untermenschen» unterwerfen wollte. Experten schätzen die Zahl der Skinheads in Russland auf bis zu 60.000.
Im vergangenen Jahr registrierte die Menschenrechtsorganisation «Sowa» 68 Todesfälle durch rechtsextremistische Gewalt sowie fast 600 Verletzte. Nach Angaben von Experten nimmt die Zahl der Opfer rechtsextremer Gewalt in Russland jedes Jahr um etwa 20 Prozent zu. Betroffen sind vor allem Menschen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken im Kaukausus und Zentralasien. (dpa)