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Steigende Lebensmittelpreise: 

Weltbank fordert Reaktion auf Hungeraufstände

14. Apr 2008 10:51
Eine Marktfrau verkauft ein paar Tomaten in Haiti
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Die steigenden Lebensmittelpreise stürzen die ärmsten Länder in eine Hungerkrise. Deshalb fordert der Weltbank-Präsident die Regierungen in aller Welt auf, 500 Millionen Dollar für Notfallhilfe zur Verfügung zu stellen.

Die Weltbank hat ein rasches und entschlossenes internationales Vorgehen gegen die steigenden Lebensmittelpreise gefordert, die schon in mehreren Ländern zu blutigen Unruhen geführt haben. Weltbank-Präsident Robert Zoellick sprach sich dafür aus, Hunger und Unterernährung mit einer globalen Nahrungsmittelmittelpolitik zu bekämpfen.

«Unser Geld muss dahin, wo unser Mund ist», erklärte Zoellick am Sonntag zum Abschluss der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. Er rief die Regierungen in aller Welt auf, dem UN-Ernährungsprogramm (WFP) bis 1. Mai dringend benötigte 500 Millionen Dollar (315 Millionen Euro) für Notfallhilfen zur Verfügung zu stellen.

Der Sturz der Regierung in Haiti nach Protesten gegen gestiegene Lebensmittelpreise habe gezeigt, wie wichtig ein entschlossenes Handeln sei, sagte Zoellick. Die Weltbank habe Haiti weitere zehn Millionen Dollar für Lebensmittelhilfen zugesagt, andere sollten diesem Schritt folgen. Zoellick erklärte, es gebe auch für andere Länder Programme, um ihnen mit Lebensmitteln oder Saatgut für die nächste Ernte zu helfen. Die steigenden Preise drohten viele Menschen in ärmeren Ländern in noch größere Armut zu stürzen.

Schon zum Auftakt der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank hatten sich beide Weltfinanzorganisationen besorgt über die weltweit steigenden Nahrungsmittelpreise geäußert. Dabei wächst die Kritik an der verstärkten Produktion von Biosprit, die zu Lasten des Getreideanbaus geht. «Während sich manche Sorgen machen, wie sie ihren Benzintank füllen, kämpfen viele andere darum, wie sie ihren Magen füllen können», sagte Zoellick vor Beginn der Konferenz am Sonntag. «Und das wird von Tag zu Tag schwieriger.»

Die Ärmsten seien von den steigenden Preisen am stärksten betroffen, da sie bisher schon bis zu 75 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssten. Der Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, mahnte, die weltweit steigenden Nahrungsmittelpreise verschärften die Gefahr von Hungerkrisen in vielen Entwicklungsländern - wie die jüngsten Unruhen in Haiti, Ägypten und Bangladesch bereits zeigen. «Hunderttausende Menschen werden darben, und Kinder werden ihr Leben lang unter Mangelernährung leiden», sagte Strauss-Kahn. (AP)


 
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