In Haiti dauern die gewaltsamen Proteste gegen steigende Nahrungsmittelpreise in Haiti weiter an. In der Hauptstadt Port-au-Prince wurde am Samstag ein nigerianischer Polizist der Vereinten Nationen erschossen, der Lebensmittel zu seiner Einheit bringen wollte. Andere UN-Polizisten setzten Tränengas ein und trieben die Menge mit Warnschüssen davon, um den Toten zu bergen. Der Zwischenfall ereignete sich auf einem Kleidermarkt in der Nähe der Kathedrale von Port-au-Prince. Die aufgebrachte Menge setzte mehrere Marktstände in Brand. Wegen der angespannten Lage beschloss das haitianische Parlament am Samstag, Ministerpräsident Jacques Edouard Alexis zu entlassen. Präsident Réne Préval kündigte an, möglichst schnell einen Nachfolger zu berufen. Der Präsident stellte außerdem einen Plan vor, um die Preise für Reis zu senken. Er werde internationale Finanzhilfen dazu verwenden, den Reispreis zu subventionieren, sagte Préval.
Bei den Hungerunruhen kamen in der vergangenen Woche fünf Menschen ums Leben. Seit Mitte vergangenen Jahres sind die Nahrungsmittelpreise weltweit um etwa 40 Prozent gestiegen. Haiti deckt nahezu den gesamten Nahrungsmittelbedarf auf dem Weltmarkt und ist deswegen besonders betroffen. (AP)