10.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Bush stoppt Truppenabzug aus dem Irak
Der US-Präsident will vorerst keine weiteren Soldaten aus dem Irak abziehen. Vielmehr will er der Empfehlung seines Oberbefehlshabers im Irak, General Petraeus, folgen.
Die USA ziehen ab Juli keine weiteren Truppen aus dem Irak ab. US-Präsident George W. Bush ordnete am Donnerstag einen unbefristeten Stopp an und folgte damit der Empfehlung von General David Petraeus, dem Kommandeur der US-Truppen im Irak. Dieser solle «alle Zeit haben, die er braucht», sagte Bush im Weißen Haus. Im Irak gebe trotz jüngster Fortschritte immer noch schwierige und ernste Probleme. Die Ankündigung Bushs löste harsche Kritik bei den Demokraten aus.
Die Militärführung im Irak hat sich dafür ausgesprochen, ab Juli keine zusätzlichen Truppen mehr abzuziehen und dann erst nach 45 Tagen neu zu entscheiden. Damit werden zur Zeit der Präsidentenwahl im November voraussichtlich noch 140.000 Soldaten im Irak sein. Die 30.000 im vergangenen Jahr zusätzlich entsandten Soldaten sollen planmäßig bis Juli abgezogen werden.
Clinton fragt nach «Endspiel im Irak» Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton kritisierte die Rede Bushs und sagte, das amerikanische Volk habe die Geduld verloren. Es sei an der Zeit, dass der Präsident die Frage beantworte: «Was ist das Endspiel im Irak?» Clintons Rivale Barack Obama meinte zur Rede Bushs: «In anderen Worten - es ist unter der Regierung Bush kein Ende in Sicht.» Die Umfragewerte des am 20. Januar 2009 aus dem Amt scheidenden Präsidenten fielen unterdessen auf ein neues Rekordtief. Nur noch 28 Prozent der Befragten gaben ein positives Urteil zur Amtsführung Bushs ab. (AP)