Die Aufregung um Gert Wilders islamkritischen Film «Fitna» hält an. Ein Blogger aus Saudi-Arabien hat den Spiess umgedreht. Mit einem Anti-Bibel-Film will er dem niederländischen Filmemacher Paroli bieten. Mit Video
Ein Blogger aus Saudi-Arabien hat im Internet einen ironischen Kurzfilm gegen das Christentum veröffentlicht, in dem er den Stil des Anti-Islam-Filmes «Fitna» des Niederländers Geert Wilders imitiert. Der Film wurde nach Angaben des Autors erstmals am 1. April bei Youtube veröffentlicht, sei von dem Videoportal aber mit dem Verweis auf die Nutzungsbedingungen wieder entfernt worden. Erst nach einem Hinweis auf Wilders «Fitna»-Film habe «Schism» wieder veröffentlich werden können.
Einer Reporterin der saudischen Zeitung «Arab News» sagte der Internet-Autor Raid al-Saed, er habe den Film produziert, um zu zeigen, dass es einfach sei, Vorurteile und Hass zu erzeugen, wenn man – wie Wilders – willkürlich Zitate aus einem heiligen Buch mit Bildern von Gewalt illustriere. «Wilders hat die Redefreiheit, die er geniesst, missbraucht», sagte Saed weiter.
Der sechsminütige Film des 33-Jährigen zeigt neben Bibel-Zitaten, die zum Krieg aufrufen, auch amerikanische Kinder fundamentalistischer Christen, die angeben als Krieger Gottes sterben zu wollen. Illustriert werden die Aussagen mit Bildern des amerikanischen Angriffs auf Bagdad.
Inhaltlich ist der Film für viele Youtube-Kommentatoren wenig überzeugend, da im Gegensatz etwa zu den Anschlägen in New York, Madrid oder London der Angriff auf Bagdad nicht religiös motiviert gewesen sei. Die Absicht hinter dem Film, vermeintlich vereinfachte Darstellungen und Verknüpfungen zu entlarven, wird dagegen gelobt.
Im Internet kursiert ein zweiter, künstlerisch anspruchsvollerer Film mit dem gleichen Titel. Autor Surat Al-Ma´idah verwendet teilweise das gleiche Material, zeigt aber auch Bilder aus einer Dokumentation über das Massaker an bosnischen Muslimen in Srebrenica im Jahr 1995.
«Eine starke Antwort auf einen dämlichen Politiker», schreibt ein Zuschauer. Der Film zeige, dass jeder diese Welt verrückt machen könne, indem er «irgendwelchen Mist aus dem Zusammenhang reißt und zusammen schneidet». Der Film endet mit dem Aufruf des Autors, dass sich niemand von dem Film angegriffen fühlen soll. «Der Film ist Schrott. So falsch wie Fitna ist, so falsch ist Schism. Lasst uns diese Welt zu einem besseren Ort machen», heißt es.
Vereinigte Arabische Emirate verurteilen «Fitna»
Die Zeitung «Gulf News» berichtete am Donnerstag, der Föderationsrat (Parlament) der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) habe den Film «Fitna» verurteilt. In einer Erklärung des Rates heißt es den Angaben zufolge, alle blasphemischen Angriffe auf den Islam und den Propheten Mohammed seien abzulehnen. Die niederländische Regierung solle Wilders verklagen.
In der oberägyptischen Stadt Luxor erklärte unterdessen der Vorsitzende einer Vereinigung koptischer Christen, er habe bei einem Gericht in Kairo Klage wegen der Veröffentlichung der Mohammed- Karikaturen eingereicht. Die Klage richte sich gegen den dänischen Botschafter in Kairo als Repräsentanten seines Staates, sagte Ajub Fuad Mansur. Er erklärte, als ägyptischer Christ und Geschäftsmann habe er durch die Veröffentlichung der Karikaturen in dänischen Zeitungen Schaden erlitten, da die Zeichnungen «zu einer Spaltung zwischen den Muslimen und den Christen führen». (nz/dpa)