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Entführte Präsidentschaftskandidatin : 

Chávez und Sarkozy kämpfen um Betancourt

04. Apr 2008 11:40
Lehnten Sarkozys Angebot ab: Farc-Rebellen
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Der französische Präsident will sich mit dem sozialistischen Amtskollegen zusammentun, um über die Freilassung der Geisel zu verhandeln. Die kolumbianischen Rebellen fordern im Gegenzug Freiheit für ranghohe Farc-Mitglieder.

Der französische Staatspräsident Nicholas Sarkozy ist nach Angaben seines Außenministers Bernard Kouchner bereit, sich im kolumbianisch-venezolanischen Grenzgebiet für die Freilassung der von Guerilleros festgehaltenen Ingrid Betancourt einzusetzen. Er wolle sich dazu auch mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez treffen, sagte Kouchner am Freitag am Rande des Nato-Gipfels in Bukarest. Frankreich sei bereit, vorübergehend von Kolumbien freigelassene Farc-Rebellen in seinen karibischen Gebieten aufzunehmen, sollte Betancourt freikommen.

Zuvor hatten die kolumbianischen Farc-Rebellen eine einseitige Freilassung der von ihnen seit mehr als sechs Jahren festgehaltenen früheren Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt als «unannehmbar» abgelehnt. Daraufhin bot Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez Frankreich Hilfe an. Er habe mit Sarkozy telefoniert und dabei seine Bereitschaft mitgeteilt, ihn auf einer humanitären Rettungsaktion in Kolumbien persönlich zu begleiten.

Die Farc erteilte auch der Initiative des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zur Befreiung der schwer kranken 46-Jährigen eine Absage. «Die in unseren Lagern festgehaltenen Personen werden nur im Rahmen eines Austausches von Gefangenen freigelassen», schrieben der sogenannte Außenminister der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (Farc), Rodrigo Granda, und der Rebellen-Kommandant Jesús Santrich in einem von dem venezolanischen Nachrichtenportal «Noticias 24» veröffentlichten Text.

Granda war erst im Juni 2007 von der kolumbianischen Regierung freigelassen worden, um in dem seit fast vier Jahrzehnten andauernden Konflikt zu vermitteln. Er lebt seither überwiegend in Kuba. «Es ist nicht hinnehmbar, dass man uns um eine weitere Geste des Friedenswillens bittet, wenn alles, was wir als Antwort auf die vielen ehrlichen Bekundungen unserer Bereitschaft zu einer politischen Lösung des Konflikts erhalten haben, nur Schändlichkeit und Niedertracht war», hieß es in dem Text weiter.

Die Farc erklärte, nach mehreren ihrer Friedengesten in Form von Freilassungen sei nun ein Austausch von Gefangenen erforderlich. Die Lage der Entführten sei auch nicht schlimmer als die inhaftierter Aufständischer oder politischer Aktivisten, die als angebliche Guerilleros im Gefängnis säßen. Die Farc will Hunderte Inhaftierte freibekommen.

Sie fordern Verhandlungen über einen Austausch von etwa 40 entführten Militärs, Polizisten und Politikern, darunter Betancourt und drei US-Amerikaner, gegen 500 inhaftierte Rebellen, darunter zwei an die USA ausgelieferte ranghohe Farc-Mitglieder, die vorübergehende Demilitarisierung von zwei Gemeinden im Südwesten des Landes. Dies aber lehnt Uribe seit Jahren ab. (dpa/AP)


 
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