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Internationale Strategie für den Hindukusch: 

Paris schickt weitere Soldaten nach Afghanistan

03. Apr 2008 22:56
Französischer Isaf-Soldat
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Das transatlantische Bündnis, die EU und die Vereinten Nationen bekennen sich zum Engagement am Hindukusch. Die Afghanen sollen aber immer mehr Verantwortung übernehmen - und am Ende soll der Isaf-Rückzug stehen.

Die Nato hat sich zu einem langfristigen Engagement in Afghanistan bekannt. Die insgesamt 40 Isaf-Truppenstellerstaaten bekräftigten beim Nato-Gipfel in Bukarest am Donnerstag ihre Verantwortung für die Stabilisierung Afghanistans. Frankreich stellt weitere 700 Soldaten bereit. Außerdem werde eine Spezialeinheit in das Land geschickt, sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy.

Zugleich vereinbarte das Bündnis aber auch eine Strategie zum Rückzug. Die Nato kündigte an, zunehmend mehr Verantwortung an die Afghanen selbst übertragen zu wollen. In einem als strategische Vision bezeichneten Papier nannten sie das Ziel, dass bis 2010 eine 80.000 Soldaten starke afghanische Armee stehen soll. In dem Papier hieß es: «Nur afghanisch geführte Sicherheitskräfte und Institutionen können langfristig Rechtssicherheit herstellen.»

Frankreichs Soldaten für den Osten

Die zusätzlichen französischen Soldaten sollen laut Sarkozy im Osten Afghanistans stationiert werden. Damit können US-Soldaten aus dem Osten abgezogen werden und die kanadischen Soldaten im südafghanischen Kandahar verstärken. Kanada hatte damit gedroht, seine Truppen komplett abzuziehen, falls nicht 1000 Soldaten zur Verstärkung nach Kandahar geschickt würden.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung nannte die Aufstockung in Bukarest «eine gute Entscheidung». Die französische Ankündigung sei von Kanada positiv aufgenommen worden, sagte er dem «Handelsblatt». Das gleiche gelten für den deutschen Beitrag. Deutschland trage mit dem Lufttransport zur Entlastung bei, sagte der CDU-Politiker. Er fügte hinzu, die Forderung nach deutschen Truppen für den Süden Afghanistans sei endgültig vom Tisch.

Isaf-Rolle soll sich wandeln

Die Rolle der Isaf werde sich schrittweise zunehmend auf Anleitung und Training konzentrieren. Zum Abschluss des Treffens nannte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer die bessere Zusammenarbeit des Bündnisses mit den Vereinten Nationen sowie zwischen Afghanistan und seinen Nachbarn als weitere wichtige Ziele.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki Moon bekräftigte die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft, dem afghanischen Volk weiter zu helfen und einen stabilen Staat aufzubauen. «Die Kosten eines Rückzugs wären höher als die des Engagements», sagte er. Er verwies auf die Geber-Konferenz, die im Juni in Paris stattfinden soll. «Die UN muss im Zentrum dieser Bemühungen stehen.»

Karsai will Verantwortung für Kabul übernehmen

Afghanistans Präsident Hamid Karsai sah in dem Treffen in Bukarest eine große Ermutigung für Afghanistan, auf dem eingeschlagenen Pfad weiterzugehen. «Afghanistan wird ein fester Partner im Kampf gegen den Terrorismus sein», beteuerte er. Demnächst würden die afghanischen Sicherheitskräfte die Verantwortung für Ruhe und Ordnung in der Hauptstadt Kabul übernehmen. «Afghanistan ist dazu entschlossen, die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen», sagte Karsai.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso bekräftigte, dass sich die EU beim Wiederaufbau Afghanistans auf eine langfristige Aufgabe einstelle. Die EU brauche Durchhaltevermögen, immerhin gehe es um die Verteidigung der Freiheit und der Demokratie. In Zukunft konzentriere sich die EU auf den Aufbau von Polizei und Justiz in Afghanistan.

47.000 Soldaten gehören zum Isaf-Kontingent

Die Nato führt die internationale Militärmission in Afghanistan, an der sich 40 Staaten beteiligen. Das sind zwölft mehr als die Nato-Mitglieder hat, wenn die Neumitglieder Kroatien und Albanien schon zu den Nato-Staaten gezählt werden. Insgesamt umfasst das Isaf-Kontingent 47.000 Soldaten. Die Bundeswehr beteiligt sich mit 3500 Soldaten. (nz/AP/dpa)


 
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