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Konflikt in Ostasien: 

Nordkorea droht Seoul mit «Militäraktionen»

03. Apr 2008 15:54
Südkoreas Präsident Lee ist das Opfer von Verbalattacken aus Pjöngjang
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Seitdem Südkorea eine neue Regierung hat, verschärft sich der Ton zwischen den beiden Koreas. Aus Pjöngjang kamen nun konkrete Drohungen, zudem wurde der Präsident in Seoul als «Verräter» beschimpft.

Das kommunistische Nordkorea hat Südkorea mit «Militäraktionen» gedroht und die Einstellung des Dialogs angekündigt. Gleichzeitig wies Pjöngjang den Appell Südkoreas zurück, den Konfrontationskurs gegen die neue Regierung in Seoul zu beenden. Die jüngste Drohung habe ein Vertreter der Volksarmee in einem Telefonat ausgesprochen, teilte am Donnerstag Südkoreas Verteidigungsministerium in Seoul mit.

Welche militärischen Schritte konkret gemeint seien, habe er nicht gesagt. In den staatlich kontrollierten Medien Nordkoreas hieß es, Südkorea sei dafür verantwortlich, dass der Dialog und die Durchfahrt an der innerkoreanischen Grenze eingestellt würden.

Nach einer Reihe von Drohungen und Verbalattacken aus dem Nachbarland hatte Südkorea am Mittwoch an Nordkorea appelliert, solche Angriffe sofort zu beenden. Das Verteidigungsministerium in Seoul wies zudem eine Forderung Nordkoreas zurück, sich für Äußerungen des südkoreanischen Generalstabschefs Kim Tae Young zu entschuldigen.

Atomanlagen und Nuklearwaffen als Drohkulisse

Dieser hatte eine Woche zuvor gesagt, Südkorea könnte einen Gegenschlag gegen Atomeinrichtungen in Nordkorea ausführen, sollte Pjöngjang versuchen, den Süden mit Nuklearwaffen anzugreifen. Daraufhin hatte Nordkoreas Militär mit dem Stopp aller Kontakte mit dem Süden gedroht. Auch warnte Nordkorea in seinen Medien, Südkorea mit einem Erstschlag «in Asche zu legen» zu können.

Angesichts der neuen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel rief Südkoreas Präsident Lee Myung Bak die Führung in Pjöngjang am Donnerstag auf, sich an einem ernsthaften Dialog mit Seoul zu beteiligen. Die nordkoreanischen Medien hatten Lee am Dienstag als «Verräter» beschimpft. Er wurde beschuldigt, eine Anti-Nordkorea-Politik zu verfolgen.

Seit dem Antritt der neuen konservativen Regierung in Seoul Ende Februar haben sich die Beziehungen beider Länder zunehmend abgekühlt. Lee will den Ausbau der Wirtschaftszusammenarbeit vom Abbau des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms abhängig machen. Auch hielt Südkorea die in den vergangenen Jahren üblichen Lieferungen mit Reis und Düngemitteln an den verarmten Norden zurück.

Aus Südkorea kamen unterdessen neue Warnungen vor einer möglichen Hungerkatastrophe in Nordkorea. Die ohnehin schlechte Versorgungslage habe sich dermaßen verschärft, dass selbst die Bürger Pjöngjangs bis September keine staatlichen Nahrungsmittelrationen mehr erhalten sollten, berichtete die buddhistische Hilfsorganisation Good Friends in Seoul. In manchen Provinzen drohte den Menschen der Hungertod. «Die Lage ist hoffnungsloser als erwartet», zitierte die Gruppe, die Kontakte nach Nordkorea hat, einen Beamten in Pjöngjang. (dpa)


 
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