02. Apr 2008 16:42
Wer sind die Nachfahren der Makedonen? Nicht die Bewohner von Mazedonien, meint die griechische Regierung, die den Staat unter diesem Namen nicht akzeptiert.
über eine Posse, die den Nato-Gipfel überschattet.
Dass die frühere jugoslawische Republik in ihrer Verfassung längst festgelegt hat, dass sie keine territorialen Ansprüche gegenüber benachbarten Staaten hat, wird bewusst verschwiegen. Denn dann würde der Streit tatsächlich wieder zu dem verkommen, was er tatsächlich ist: eine Posse, in der sich Politik vor allem mit Etymologie und historischem Bewusstsein vermischt.Das beginnt bei der Frage, wer die wahren Nachfahren der Makedonen sind – Athen verweist darauf, dass die Bewohner der Fyrom von slawischen Stämmen abstammten und dieser Staat mit dem Makedonien der Antike nichts zu tun habe. Erst unter dem jugoslawischen Staatschef Tito habe dort eine Geschichtsfälschung eingesetzt, durch die auch das in der Region gesprochene Slawisch (das dem Bulgarischen nahe steht) in Mazedonisch umbenannt worden sei. Große Empörung rief in Griechenland denn auch Ende 2006 die Ansage aus der Fyrom-Hauptstadt hervor, den dortigen Flughafen nach Alexander dem Großen zu benennen.
Kurzum: Athen bestreitet das historische wie ethnische Fundament der Fyrom, ist aber immerhin bereit, einen zusammengesetzten Namen wie «Nord-Mazedonien» zu akzeptieren. Dagegen sperrt sich Skopje noch, auch wenn den Bewohnern der ex-jugoslawischen Republik die Bezeichnung «Fyrom» seit langem auf die Nerven geht: «Don't you f.y.r.o.m. me» – also «Fyrome mich nicht, ich bin Mazedonier!» – wurde vor einigen Jahren als Kampagne gestartet, die im Internet mit Clips auf Youtube fortgesetzt wurde und dort auch eine griechische Gegenbewegung ausgelöst hat.