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Umstrittenes Propaganda-Video: 

Afghanischer Terrorist soll aus Bayern stammen

27. Mrz 2008 18:16
Ausschnitt aus dem Video
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Ein Video nährt den Verdacht, dass der in Bayern aufgewachsene Cüneyt C. einen Selbstmordanschlag in Afghanistan verübt hat. Allerdings ist nicht klar, woher das Video überhaupt stammt.

Deutsche Behörden prüfen derzeit ein «Spiegel Online» zugespieltes Propaganda-Video, das den Ablauf eines Attentats vom 3. März in Afghanistan dokumentieren soll - vom Bombenbau bis zum tödlichen Anschlag. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wird der Film vom Bundeskriminalamt (BKA) und vom Bundesamt für Verfassungsschutz im gemeinsamen Internetzentrum in Berlin ausgewertet. Das Video liege seit Donnerstag vor. Es wird erwartet, dass sich das BKA bei seiner Jahres-Pressekonferenz an diesem Freitag zu dem Fall äußert.

In dem Film geht es «Spiegel Online» zufolge um den angeblichen Selbstmordattentäter Cüneyt C. aus dem bayerischen Ansbach, der sich am 3. März in Afghanistan in die Luft gesprengt haben soll. Bei dem Anschlag wurden vier Menschen in den Tod gerissen. Bislang konnte nicht bestätigt werden, ob der Türke tatsächlich der Attentäter war. Das bayerische Innenministerium wartet nach Angaben einer Sprecherin jetzt auf die Auswertung des Videos durch das BKA.

Mann war dem Verfassungsschutz bekannt

In dem nun aufgetauchten Video seien der 28-jährige Cüneyt C. und mehrere andere Männer zu sehen, wie sie einen Bauplan studieren, Chemikalien schleppen und daraus eine improvisierte Bombe bauen. Ebenso zeige das Video die Verkabelung eines Kleinlasters vom gleichen Typ, wie er bei dem Anschlag auf einen US-Stützpunkt im ostafghanischen Chost verwendet worden sein soll. Ein Bild soll Cüneyt C. am Steuer des Wagens mit der Bombe zeigen, später sei das Attentat selbst zu sehen.

Seit dem Anschlag prüfen deutsche Sicherheitsbehörden, ob der junge Türke aus Bayern an dem Anschlag beteiligt war. Dem Verfassungsschutz war er bereits seit Jahren wegen seiner Verbindungen zur islamistischen Szene bekannt. Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft hatte der 28-Jährige auch Kontakt zu einer deutschen Terrorzelle der «Islamischen Dschihad Union», die bei der Vorbereitung von Anschlägen vor einem halben Jahr im Sauerland ausgehoben wurde. Laut «Spiegel Online» soll C. im April 2007 abgetaucht und nach Pakistan in ein Terror-Lager gereist sein.

Verbindung nach Usbekistan?

Die usbekische «Islamische Dschihad Union» hatte sich auf ihrer Internet-Seite mit dem Anschlag gebrüstet und die Tat dem in Freising geborenen und zuletzt in Ansbach wohnenden Familienvater zugeordnet. Bei dem Foto auf der Website handelt es sich nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft tatsächlich um C. - was seine Täterschaft aber nicht beweist. In Sicherheitskreisen hielt man es bislang auch für möglich, dass sich die «Dschihad Union» zu Propagandazwecken mit der Tat brüstet. (dpa)

 
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