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Sarkozys Staatsbesuch in England: 

Die großen Gesten der «Brüderlichkeit»

27. Mrz 2008 17:30
Sarkozy und Brown beschließen Hilfe für Afrika
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Zuerst gab es einen Fototermin bei der Queen - jetzt haben Sarkozy und Brown Tacheles geredet und beim französisch-britischen Gipfel nicht nur Gemeinsamkeiten festgestellt. Wo es knirscht und wo es rund läuft, hat Anne Grüneberg zusammengefasst.

Eine «neue Brüderlichkeit» wollten der französische Staatschef Nicolas Sarkozy und der englische Premier Gordon Brown erreichen. Brüderlich wollen sie in Zukunft auch mit Afrika umgehen: Auf ihrer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag versprachen die Staatschefs 16 Millionen Schulplätze für Kinder in Afrika.

Bis zur Fußballweltmeisterschaft in Südafrika 2010 sollen die Schulen gebaut sein. Ihr soziales Vorhaben beschlossen die Staatschefs auf dem Gelände des Fußballvereins Arsenal London. Hier hatte das Jugendteam des Vereins den Präsidenten vorher auf französisch begrüßt. Der Staatsbesuch Sarkozys in England ist etwas Besonderes, denn der letzte Besuch eines französischen Staatschefs in London liegt schon 12 Jahre zurück.

In Berlin wird die beschworene «neue Brüderlichkeit» gelassen beobachtet. Wohl um Bedenken an der Spree zu zerstreuen, sagte der französische Präsident in London, dass nach seiner Überzeugung «die deutsch-französische Lokomotive im heutigen Europa unentbehrlich ist». In deutschen Regierungskreisen war von einer «verspäteten Normalisierung» des Verhältnisses zwischen Paris und London die Rede. Dies könne für die EU nur positiv sein.

Fokus auf der Finanzkrise

Großes Thema der bilateralen Gespräche war auch die Finanzkrise, die beide Länder unvorbereitet getroffen hatte. Sarkozy und Brown sprachen sich für mehr Transparenz auf den internationalen Finanzmärkten aus. Sie forderten außerdem, dass die Banken «vollständig und rasch» über die Verluste und Abschreibungen im Zusammenhang mit der Krise informieren.

Die Ehefrauen besuchten während des Gesprächs eine Wohltätigkeitsveranstaltung
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Für eine künftig bessere Stabilität der Finanzmärkte müsse man weitere Gespräche mit den USA und anderen Partnern führen. «Wir stimmen darin überein, dass wir das Risikomanagement und die Funktionalität der Finanzmärkte verbessern müssen.», sagte Brown. Das Thema müsse auch auf der Agenda des G7-Finanzministertreffens in Washington stehen. Institutionen wie der Internationale Währungsfonds müssten reformiert werden, damit diese auf die globalen Entwicklungen reagieren könnten.

Auch ein gemeinsames Abkommen zur Atomenergie stand auf der Agenda der Staatschefs. Sarkozy wollte England französisches Expertenwissen im Bau von Atomkraftwerken anbieten. So sollten alte Atomkraftwerke in Großbritannien ersetzt werden. Brown regte nach dem Treffen eine Konferenz mit Ländern an, die Interesse an einem zivilen Atomprogramm haben. Ein britischer Regierungssprecher sagte, auch dem Iran werde eine Einladung zu der Konferenz zukommen, wenn das Land seine Urananreicherung beende.

Unterschiedliche Standpunkte vertraten Brown und Sarkozy hingegen bei der Frage eines möglichen Olympia-Boykotts. Während Sarkozy einen Boykott nicht ausschließt und sich das Recht vorbehalten will, über diese Frage erst im Sommer unter Berücksichtigung der Lage in Tibet zu entscheiden, schloss Brown einen Boykott durch Großbritannien klar aus. Brown sagte, Großbritannien werde in jedem Fall an der Eröffnungszeremonie teilnehmen. Sarkozy räumte ein, dass Großbritannien mit Blick auf die Spiele 2012 in London in einer anderen Situation sei als Frankreich.

 
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