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Staatsbesuch in London: 

Sarkozy strebt «Bruderschaft» mit Briten an

26. Mrz 2008 16:55
Queen Elisabeth II hat Sarkozy empfangen
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Bei seinem Besuch in London will sich der französische Präsident vor allem für eine engere Zusammenarbeit der beiden Länder stark machen. Gleich zu Beginn unterbreitete er eine Offerte.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat bei seinem Staatsbesuch in Großbritannien die Entsendung von mehr Truppen nach Afghanistan in Aussicht gestellt. Frankreich wolle den Krieg gegen die Taliban gewinnen, sagte Sarkozy am Mittwoch in einem BBC-Interview. Wenn die Verbündeten ein dauerhaftes Engagement zusagten, den Afghanen mehr Verantwortung gegeben werde und die nichtmilitärischen Anstrengungen verstärkt würden, «warum sollten wir dann nicht zahlreicher dorthin gehen?»

Sarkozy traf am Mittwochmittag mit seiner Frau Carla in London ein und wurde von Prinz Charles und dessen Frau Camilla begrüßt. Nach einer Rede vor dem Parlament und einem Empfang durch Königin Elizabeth II. stand am Donnerstag ein Gipfeltreffen mit Premierminister Gordon Brown auf dem Programm.

Medienberichten zufolge wollte Sarkozy dabei die Entsendung von 1000 zusätzlichen Soldaten nach Afghanistan zusagen; derzeit sind dort rund 1500 französische Truppen stationiert. Kanada hat gedroht, seine 2500 Soldaten abzuziehen, wenn keine Verstärkung der Verbündeten komme.

Gemeinsamer Vorstoß in der Dollarfrage

Sarkozy will mit seiner zweitägigen Staatsvisite - der ersten eines französischen Präsidenten seit zwölf Jahren - eine neue «französisch-britische Bruderschaft» begründen, wie er in dem BBC-Interview bekräftigte. Vor allem die Zusammenarbeit in der Einwanderungs- und Rüstungspolitik solle vertieft werden. Zudem will Sarkozy den britischen Premierminister Gordon Brown für einen gemeinsamen Vorstoß gegenüber den USA in der Dollarfrage gewinnen. «Können wir nicht gemeinsam unsere amerikanischen Freunde drängen, damit der Dollar steigt? Das ist ein Problem.»

Er unterstrich in dem Interview auch den Wunsch, Großbritannien als Ergänzung zur deutsch-französischen Achse als wichtigen Partner für die EU ins Boot zu holen. «Ich habe die europäische Politik nie auf die Freundschaft mit Deutschland reduziert», sagte er. Die Achse Paris-Berlin «ist fundamental, aber nicht ausreichend». Eine engere Partnerschaft zwischen London und Paris könnte vor allem bei der Kernenergie entstehen.

Sarkozy plant engere Kooperation in der Rüstung

So berichtete der «Guardian», beide Länder wollten gemeinsam eine neue Generation von Reaktoren entwickeln und verkaufen. Auch in der Rüstung plant Sarkozy eine engere Kooperation. «Können wir nicht unsere Industrien vereinen, um effizienter zu sein und Geld zu sparen?», sagte er der BBC.

Gordon Brown sagte dazu im Unterhaus, Paris und London verfolgten «eine gemeinsame Agenda für die Zukunft». Bei seinen am Donnerstag anstehenden Gesprächen mit Sarkozy sowie einer am selben Tag stattfindenden französisch-britischen Gipfelkonferenz solle konkret über die Stärkung der Zusammenarbeit im Energiesektor, bei der Sicherheitspolitik sowie im Umweltschutz und der Wirtschaft gesprochen werden. Brown betonte auf eine Frage der Opposition jedoch, dass die USA «Großbritanniens engster Verbündeter» und «wichtigster Partner» bleiben würden. (AP/dpa)

 
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