Krise in Tibet:
China inszeniert Journalistenreise nach Lhasa
25.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Wie die Teilnehmer für die Reise ausgewählt wurden, blieb offen. Ein Beamter des Außenministeriums schilderte auf Anfrage eines Korrespondenten, dass besonders viele amerikanische Journalisten dabei seien, weil die US-Medien «voreingenommen» über die Unruhen der Tibeter berichtet hätten. Auch die Deutsche Presse-Agentur in Peking hatte sich seit Tagen vergeblich um eine Teilnahme bemüht.
Unter Hinweis auf die 700 in Peking akkreditierten ausländischen Journalisten sagte der Sprecher des Außenministeriums: «Wir können nicht für alle eine Berichterstattungsreise organisieren.» Er verteidigte zugleich das Verbot für die ausländischen Journalisten, selbst nach Tibet oder in die von Tibetern bewohnten Regionen in den Provinzen Sichuan, Gansu oder Qinghai zu reisen. «Die Maßnahmen sind zu ihrer eigenen Sicherheit.» Er verwies darauf, dass selbst ausländische Regierungen Reisewarnungen für ihre Staatsbürger in China erlassen hätten.
Während der chinesische Propaganda-Apparat ausländischen Medien vorwarf, nicht die Wahrheit über die Unruhen in Tibet zu berichten oder Fakten zu verdrehen, verhinderte die Zensur in China ihrerseits eine Berichterstattung über die Protestaktion bei der Entzündung des Olympischen Feuers in Griechenland. Auch die Satellitenübertragung des US-amerikanischen Nachrichtensenders CNN wird immer wieder gestört, sobald ein Bericht über die Unruhen in Tibet kommt. Außerdem sind exiltibetische Webseiten in China blockiert. (nz/dpa)

