US-Vorwahlen: 

netzeitung.deClinton räumt Patzer ein

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Verschärfen den Ton im Vorwahlkampf: Clinton (li.), Obama (Foto: nz/dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Verschärfen den Ton im Vorwahlkampf: Clinton (li.), Obama
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Die demokratischen Bewerber im US-Vorwahlkampf lassen im Schlagabtausch zum Thema Patriotismus Federn. Clinton verhaspelte sich bei der Schilderung einer Bosnienreise, einer ihrer Berater verglich Obama gar mit Judas.

Der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten wird von immer heftigeren Wortgefechten begleitet. Die Anhänger von Barack Obama warfen Hillary Clinton am Montag vor, bei ihren Schilderungen über einen Besuch in Sarajevo während des Bosnienkriegs gewaltig übertrieben zu haben. Ein Sprecher Clintons räumte später ein, dass sich die New Yorker Senatorin irreführend geäußert habe.

Clinton hatte in einer Wahlkampfrede vor einer Woche gesagt, dass sie und ihr Ehemann Bill, der damalige US-Präsident, bei ihrer Landung in der bosnischen Hauptstadt im März 1996 von Heckenschützen attackiert worden seien. Die US-Delegation habe sich dann schnellstens in Sicherheit gebracht. Laut der damaligen Berichterstattung einer Nachrichtenagentur war das Präsidentenpaar jedoch keiner unmittelbaren Bedrohung ausgesetzt. Ein Mitreisender sagte der «Washington Post» ebenfalls, er könne sich nicht an einen Beschuss erinnern.

Clinton selbst räumte später ein, wer ständig öffentlich reden müsse, dem könnten auch mal Fehler unterlaufen. Ihr Sprecher Howard Wolfson nannte es bezeichnend, wie viel Energie das Obama-Lager darauf verwende, Negatives über Clinton zu verbreiten. Obamas Sprecher Tommy Vietor teilte derweil mit, die aufgebauschten Bemerkungen zu Bosnien reihten sich in eine ganze Liste von Äußerungen ein, in denen Clinton ihre bisherige Rolle in der Innen- und Außenpolitik übertrieben habe.

Entschuldigung für Judas-Vergleich abgelehnt
Harte Worte kamen auch von einem Clinton-Berater, der den Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, wegen dessen Unterstützung für Obama angriff. James Carville bezeichnete Richardson als Judas und lehnte es anschließend ab, sich dafür zu entschuldigen.

Carville wies in der «New York Times» darauf hin, dass Richardson einst als Energieminister dem Kabinett von Ex-Präsident Clinton angehört habe. Er sprach von einer besonderen Ironie, dass der Gouverneur seine Unterstützung für Obama ausgerechnet in der Karwoche bekanntgegeben habe. Genau so habe Judas Jesus damals für 30 Silberlinge verraten.

In der vergangenen Woche hatte ein Berater Obamas, der ehemalige Luftwaffengeneral Merrill McPeak, Bill Clinton mit Joseph McCarthy verglichen, der Symbolfigur der Kommunistenjagd in den 1950er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Anlass waren Äußerungen des Ex-Präsidenten, mit denen er den Patriotismus Obamas in Zweifel zog. (nz/AP)