24. Mrz 2008 13:37
Nach der Verhandlung gegen einen Regimekritiker drangsalierten Ordnungshüter den Verurteilten im Gerichtssaal mit Schlagstöcken. Sein Anwalt kündigte an, das Urteil anfechten zu wollen.
Das Gericht habe dem Bürgerrechtler das Verfassen systemkritischer Artikel vorgeworfen, teilte sein Anwalt Li Fangping mit. Der ehemalige Bauer hatte in einem Brief «Menschenrechte, keine Olympischen Spiele» gefordert und 10.000 Unterschriften gesammelt. Offiziell war ihm «Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt» angelastet worden. Yang Chunlin hatte Bauern dabei geholfen, Entschädigungen für enteignetes Land zu fordern.Das Urteil am Ende der halbstündigen Verhandlung sei «scharf» und nicht gerechtfertigt, wie der Anwalt sagte. Bei den Artikeln habe es sich um «wissenschaftliche Diskussionsbeiträge» gehandelt. Sein Mandant habe darin nicht zur Gewalt aufgerufen. Der Bürgerrechtler habe sich nach der Verkündung deshalb geweigert, das Urteil anzuerkennen und zu unterschreiben. Der Anwalt forderte Straffreiheit für Yang Chunlin.
Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen gehen die Behörden in Peking im Vorlauf zu den Olympischen Spielen im Sommer 2008 zunehmend gegen Regimekritiker und Aktivisten vor. (nz/dpa)