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Kritik an Tibet-Berichterstattung: 

China über ausländische Medien erbost

23. Mrz 2008 16:39
Todesopfer der Unruhen in Tibet
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Die chinesischen Behörden haben scharfe Kritik an der Berichterstattung über die Unruhen in Tibet geäußert. Nicht nur US-Sender hätten Bilder manipuliert - auch deutschen Medien wird unsaubere Arbeit vorgeworfen.

Die ausländische Berichterstattung über die schweren Unruhen in Tibet ist in Chinas staatlich kontrollierten Medien und Onlineforen in die Kritik geraten. Einigen Medien wurde Verdrehung von Tatsachen vorgeworfen. Außer dem US-Nachrichtensender CNN und anderen wurden in einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua vom Sonntag auch deutsche Medien genannt.

Empörung habe vor allem ein Foto auf der CNN-Website ausgelöst, das Menschen zeige, die vor einem Militärlastwagen wegliefen, berichtete Xinhua. Das Originalbild zeige im Hintergrund aber Randalierer, die Steine auf den Lastwagen geworfen hätten, schrieb Xinhua. Dieser Teil sei herausgeschnitten worden.

Der deutschen Zeitung «Berliner Morgenpost» wurde eine falsche Bildunterschrift vorgeworfen. Unter einem Bild, auf dem die Polizei einen Chinesen vor einem Angriff von Randalierern rette, stehe, dass ein «Aufständischer» von der Polizei mitgenommen werde, so Xinhua. Das Blatt hatte Fotos von der Szene in der tibetischen Hauptstadt Lhasa sowohl in ihrer Online-Ausgabe als auch in der Zeitung vom 17. März veröffentlicht. Im Internet lautete die Bildunterschrift: «Ein Aufständischer wird während der Proteste in Tibets Hauptstadt Lhasa von Sicherheitsbehörden abgeführt.» In der Zeitungsausgabe hieß es: «Aufnahmen des chinesischen Fernsehens zeigen einen Jungen, der von bewaffneten Streitkräften in Kampfanzügen durch die Straßen von Lhasa gejagt und verhaftet wird.» Was das Foto wirklich zeigt, war zunächst nicht aufzuklären.

Ein Verantwortlicher der «Berliner Morgenpost» war für eine Stellungnahme am Sonntag zunächst nicht zu erreichen. In der Online-Ausgabe des Blatts hieß es aber, die beanstandeten Bilder stammten ursprünglich vom staatlichen chinesischen Fernsehsender CCTV. Die Fotoagenturen Reuters und AFP hätten Standbilder aus TV-Berichten von CCTV am 16. März verbreitet. Die Redaktion von Reuters habe zu dem Foto vom 16. März im begleitenden Text geschrieben, hier werde ein Mann «eskortiert». Bei AFP heiße es zu einem Foto der gleichen Szene, ein Junge werde «gewaltsam» in Lhasa durch eine Straße geführt.

N-TV will Vorwürfen nachgehen

Xinhua berichtete außerdem, der deutsche Sender N-TV habe in einem Bericht über die Unruhen in Tibet gezeigt, wie Demonstranten von der Polizei weggebracht worden seien. In Wirklichkeit seien es aber Aufnahmen aus Nepal mit der nepalesischen Polizei gewesen. Das Datum des TV-Berichts war zunächst nicht bekannt. Ein Sprecher von N-TV sagte dazu am Sonntag in Köln, der Sender werde dem Vorwurf nachgehen: «Wir nehmen das ernst und prüfen das.»

Dem US-Sender Fox TV warf Xinhua Ähnliches vor: Er habe auf seiner Website ein Bild der indischen Polizei gezeigt, wie sie Demonstranten in einen Wagen geschleppt habe. Im Text zu dem Bild sei aber das chinesische Militär genannt worden.

Die Staatsagentur Xinhua berichtete, zehntausende Internetnutzer seien - nicht näher beschriebenen - «Aufrufen» gefolgt, um gegen die Verdrehung von Tatsachen zu protestieren. Es sei eine «häufig angewandte Taktik einiger ausländischer Medien, mit unzutreffendem Material das Ansehen der chinesischen Regierung zu zerstören», fasste die Staatsagentur die Meinung in einem Onlineforum zusammen. (nz/dpa)

 
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