20. Mrz 2008 16:23
Der Bundesnachrichtendienst muss sich mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen. Die Pullacher sollen ihre US-Kollegen im Vorfeld des Irakkriegs mit falschen Informationen versorgt haben.
«Ihr Deutschen tragt zumindest eine Mitschuld», zitiert das Magazin den Mitarbeiter des damaligen Außenministers Colin Powell. Nach Darstellung Wilkersons stammten die Informationen von einem irakischen Ingenieur mit dem Codenamen «Curveball», der bis zum Sommer 2001 dem BND in mehr als 50 Sitzungen detailreich über das mobile Biowaffenprogramm berichtet haben soll. Der BND habe die Informationen «nicht zufällig geliefert, da wurde jedes Wort auf die Waage gelegt», sagte Wilkerson.Auch der ehemalige US-Waffeninspektor im Irak, David Kay, kritisierte den deutschen Auslandsgeheimdienst für seinen Umgang mit «Curveball»: Der BND sei «offensichtlich selbst nicht willens oder in der Lage» gewesen, die Quelle richtig einzuschätzen und habe durch seine Weigerung, «Curveball» durch den US-Geheimdienst CIA befragen zu lassen, zudem verhindert, dass andere das für ihn übernähmen. «Das war unehrlich, unprofessionell und verantwortungslos», wird er zitiert.
Dem «Spiegel» zufolge wohnt der Informant in Süddeutschland. Im September 2007 hätten die deutschen Behörden seiner Einbürgerung grundsätzlich zugestimmt. Das Blatt zitierte ihn mit den Worten: «Ich habe nie gesagt, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hat.» Der Besitz derartiger Waffen war im Jahr 2003 der Hauptgrund für die von den USA angeführte Invasion des Landes. (nz/AP)