Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Schlagabtausch der Geheimdienste: 

US-Politiker gibt BND Mitschuld am Irakkrieg

20. Mrz 2008 16:23
Lug und Trug: Angebliches mobiles Biowaffenlabor der Iraker
Der Bundesnachrichtendienst muss sich mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen. Die Pullacher sollen ihre US-Kollegen im Vorfeld des Irakkriegs mit falschen Informationen versorgt haben.

Die Enthüllung kommt pünktlich zum fünften Jahrestag der Invasion des Iraks. Und wenn die Aussagen eines früheren Mitarbeiters der US-Regierung stimmen, haben deutsche Geheimdienstler einen Teil der fadenscheinigen Argumente geliefert, mit denen die US-Administration den Krieg damals rechtfertigte. Wie das Magazin «Der Spiegel» berichtet, soll der deutsche Auslandsgeheimdienst BND den zuständigen US-Stellen Informationen über das vermeintliche Biowaffenarsenal des ehemaligen irakischen Dikators Saddam Hussein geliefert haben. Allerdings: Die Informationen waren falsch.

Das behauptet der frühere Stabschef im US-Außenministerium, Larry Wilkerson, den das Magazin in seiner kommenden Ausgabe zitiert. Die brisanten Details über angebliche Biowaffenlabore im Irak hätten auf nur einer Quelle beruht und seien nicht sorgfältig überprüft worden.

«Ihr Deutschen tragt zumindest eine Mitschuld», zitiert das Magazin den Mitarbeiter des damaligen Außenministers Colin Powell. Nach Darstellung Wilkersons stammten die Informationen von einem irakischen Ingenieur mit dem Codenamen «Curveball», der bis zum Sommer 2001 dem BND in mehr als 50 Sitzungen detailreich über das mobile Biowaffenprogramm berichtet haben soll. Der BND habe die Informationen «nicht zufällig geliefert, da wurde jedes Wort auf die Waage gelegt», sagte Wilkerson.

Auch der ehemalige US-Waffeninspektor im Irak, David Kay, kritisierte den deutschen Auslandsgeheimdienst für seinen Umgang mit «Curveball»: Der BND sei «offensichtlich selbst nicht willens oder in der Lage» gewesen, die Quelle richtig einzuschätzen und habe durch seine Weigerung, «Curveball» durch den US-Geheimdienst CIA befragen zu lassen, zudem verhindert, dass andere das für ihn übernähmen. «Das war unehrlich, unprofessionell und verantwortungslos», wird er zitiert.

Dem «Spiegel» zufolge wohnt der Informant in Süddeutschland. Im September 2007 hätten die deutschen Behörden seiner Einbürgerung grundsätzlich zugestimmt. Das Blatt zitierte ihn mit den Worten: «Ich habe nie gesagt, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hat.» Der Besitz derartiger Waffen war im Jahr 2003 der Hauptgrund für die von den USA angeführte Invasion des Landes. (nz/AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Anschlagsserie mit Dutzenden Toten: 
13-Jährige sprengt sich im Irak in die Luft
Nach dem Tod von acht Zivilisten: 
Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee
 
«Außergewöhnliche Umstände»: 
Merkel und Sarkozy wollen Stabilitätspakt lösen
Alternative Energien, alternative Lieferanten: 
Brüssel macht sich auch für Atomkraft stark
 
Koalition einigt sich bei Online-Durchsuchung: 
BKA-Trojaner erhält Verfallsdatum
Trauerfeier zu Afghanistan-Soldaten: 
Jung würdigt Verdienste «gefallener Soldaten»
 
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.