Das serbische Außenministerium legte bei den Regierungen von Kroatien und Ungarn Protest ein und rief seine Botschafter zur Berichterstattung nach Belgrad zurück. Das teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Jedes Land, das das Kosovo anerkenne, verstoße gegen internationales Recht, sagte der serbische Außenminister Vuk Jeremic während eines Besuchs in Athen und bekräftigte damit die Position Belgrads. Wer dies dennoch tue, «kann nicht auf gute Beziehungen zu Serbien zählen».Serbien hatte bis zuletzt gehofft, die für das Land wichtigen Nachbarn würden mit der Anerkennung noch warten. Belgrad und Zagreb waren durch die Bürgerkriege in den 90er Jahren verfeindet und hatten erst in jüngster Zeit mit der Verbesserung ihrer Beziehungen begonnen. Budapest hat nicht nur als wichtiger Handelspartner ein besonderes Interesse an Serbien. In der nordserbischen Provinz Vojvodina lebt eine ungarische Minderheit, für die sich Ungarn stets eingesetzt hat.
Erst in dieser Woche hatten Japan und Kanada diplomatische Beziehungen zum Kosovo aufgenommen. Von den 27 EU-Ländern haben 18 das Kosovo anerkannt, darunter die meisten großen Mitglieder wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien. Die USA hatten als erste diesen Schritt vollzogen, dem auch Länder wie die Türkei, Australien und die Schweiz gefolgt waren. Dagegen widersetzt sich Russland als traditioneller Bündnispartner Serbiens ebenso wie China der Anerkennung. (dpa/AP)