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Nachbarländer für Unabhängigkeit: 

Kroatien und Ungarn erkennen Kosovo an

19. Mrz 2008 19:31
Die Unabhängigkeit des Kosovo wird in der Welt immer mehr akzeptiert
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Immer mehr Länder akzeptieren das Kosovo als unabhängigen Staat. Auch zwei Nachbarländer der ehemaligen Provinz Serbiens wagten diesen Schritt und riefen damit eine sehr scharfe Reaktion aus Belgrad hervor.

Als erste Nachbarländer Serbiens haben Kroatien und Ungarn die frühere serbische Provinz Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Diesen Beschluss gaben die Regierungen beider Länder am Mittwoch in Zagreb und Budapest bekannt. Das Nachbarland Bulgarien will an diesem Donnerstag ebenfalls diplomatische Beziehungen mit dem Kleinstaat auf dem Balkan aufnehmen. Einen Monat nach der Unabhängigkeitserklärung haben damit schon mehr als 30 Staaten das Kosovo anerkannt.

Zuvor hatten die drei Staaten eine gleichlautende Erklärung veröffentlicht, in der sie den Aufbau eines demokratischen Kosovo-Staates unter Aufsicht der Europäischen Union (EU) mit einem weitreichenden Schutz für die serbische Minderheit begrüßen. Von Brüssel verlangten sie, Serbien eine europäische Perspektive zu bieten. Um Belgrad an die EU heranzuführen, wird die Lockerung der Visumspflicht für serbische Bürger vorgeschlagen.

Serbische Botschafter abgezogen

Das serbische Außenministerium legte bei den Regierungen von Kroatien und Ungarn Protest ein und rief seine Botschafter zur Berichterstattung nach Belgrad zurück. Das teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Jedes Land, das das Kosovo anerkenne, verstoße gegen internationales Recht, sagte der serbische Außenminister Vuk Jeremic während eines Besuchs in Athen und bekräftigte damit die Position Belgrads. Wer dies dennoch tue, «kann nicht auf gute Beziehungen zu Serbien zählen».

Serbien hatte bis zuletzt gehofft, die für das Land wichtigen Nachbarn würden mit der Anerkennung noch warten. Belgrad und Zagreb waren durch die Bürgerkriege in den 90er Jahren verfeindet und hatten erst in jüngster Zeit mit der Verbesserung ihrer Beziehungen begonnen. Budapest hat nicht nur als wichtiger Handelspartner ein besonderes Interesse an Serbien. In der nordserbischen Provinz Vojvodina lebt eine ungarische Minderheit, für die sich Ungarn stets eingesetzt hat.

Erst in dieser Woche hatten Japan und Kanada diplomatische Beziehungen zum Kosovo aufgenommen. Von den 27 EU-Ländern haben 18 das Kosovo anerkannt, darunter die meisten großen Mitglieder wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien. Die USA hatten als erste diesen Schritt vollzogen, dem auch Länder wie die Türkei, Australien und die Schweiz gefolgt waren. Dagegen widersetzt sich Russland als traditioneller Bündnispartner Serbiens ebenso wie China der Anerkennung. (dpa/AP)

 
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