17.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Fackellauf soll an den Achttausendern des Himalaja vorbeigehen
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Über den Himalaja bis zum Mount Everest soll die Olympische Fackel getragen werden - und damit mitten durch Tibet. Das Olympische Komitee sieht darin kein Problem, sondern eine Möglichkeit der Konfliktlösung.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Montag eine friedliche Lösung des blutigen Konflikts in Tibet gefordert. Zugleich zeigte sich das IOC zuversichtlich, dass trotz der Unruhen der vergangenen Tage die Olympische Fackel vor den Sommerspielen in Peking wie geplant durch Tibet getragen werde. Die Olympische Fackel sei «ein kraftvolles Symbol, das Menschen in aller Welt inspiriert, ihre Streitigkeiten zu überwinden», erklärte das Komitee in Lausanne.
Den Planungen Pekings zufolge soll die Fackel bis auf den Mount Everest getragen werden. Die Flamme wird am 24. März im griechischen Olympia entzündet. Die Unruhen in Tibet haben nach offiziellen chinesischen Angaben bislang 16 Menschen das Leben gekostet. Exil-Tibeter sprechen indes von bis zu 80 Todesopfern.
Proteste weltweitGegen die harte Haltung der Chinesischen Behörden regte sich weltweit Protest. In Berlin demonstrierten rund 150 Exil-Tibeter vor der chinesischen Botschaft. In München wurden mehrere Tibeter festgenommen, nachdem sie versucht hatten, in das chinesische Konsulat einzudringen. Die Demonstranten holten vor dem Konsulatsgebäude eine chinesische Flagge herunter und zündeten sie an.
Gegen die Chinas Politik in Tibet wollen sechs tibetische Studenten in Großbritannien mit einem 24-stündigen Hungerstreik protestieren. Die Aktion sei vor der chinesischen Botschaft in London geplant, teilte die Gruppe am Montag mit. Einer der Studenten rief den britischen Premierminister Gordon Brown und US-Präsident George W. Bush auf, sich für ein Ende der Gewalt einzusetzen.
Die Bundesregierung warnte inzwischen vor Reisen in die Krisenregion. Außenamtssprecher Martin Jäger sagte, die deutsche Botschaft in Peking habe einen Krisenstab gebildet. Aktuell seien aber nur wenige deutsche Touristen in Tibet, Reisende würden derzeit nicht in die Region gelassen. Die Reiseveranstalter Studiosus, Gebeco und Caissa haben deshalb am Montag für die kommenden Wochen und Monate ihre Touren in das Hochland in Zentralasien abgesagt.
Russland zeigt Verständnis für ChinaDer hessische Ministerpräsident Roland Koch forderte die chinesische Regierung auf, die Ausweisung von Reportern aus Tibet zu stoppen. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth appellierte an die Bundesbürger, sich den Protesten der Exil-Tibeter in Deutschland anzuschließen.
Russland bekundete unterdessen Unterstützung für das chinesische Vorgehen in Tibet und wies einen möglichen Boykott der Olympischen Sommerspiele in Peking als unannehmbar zurück. Die Europäische Union zeigte sich am Montag zutiefst besorgt über die Unruhen in Tibet und forderte China auf, keine Gewalt anzuwenden. Die EU-Sportminister sprachen sich bei einem Treffen im slowenischen Brdo ebenfalls gegen einen Olympia-Boykott aus. Sport und Politik sollten getrennt bleiben, sagte der slowenische Ressortchef Milan Zver. (dpa/AP)