Unterdessen erwägt offenbar der in Rostock inhaftierte mutmaßliche Erpresser der Liechtensteiner Landesbank LLB die Herausgabe von Kontendaten. Dies teilte die Staatsanwaltschaft am Montag nach einem Gespräch mit den Anwältinnen des 48-Jährigen mit. Über den Inhalt des Gesprächs sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Mann soll noch im Besitz von mehr als 700 solcher Daten sein und mit drei weiteren Männern die LLB um neun Millionen Euro erpresst haben. Der Fall steht nicht im Zusammenhang mit dem Ankauf gestohlener Daten der Liechtensteiner LGT-Bank durch den Bundesnachrichtendienst (BND), der mit der Durchsuchung bei Ex-Post- Chef Klaus Zumwinkel bekanntgeworden war.
Die Rostocker Staatsanwaltschaft hat bereits gegen die vier Männer wegen der LLB-Erpressung Anklage erhoben. Ihnen wird zur Last gelegt, sich im Mai 2005 mindestens 2325 Kontenbelege beschafft haben. Der 48-jährige soll die Informationen vor Jahren von einem Mithäftling erhalten haben, der die Daten ursprünglich gestohlen haben soll.