Chinesische Behörden reagieren:
Ultimatum gegen aufständische Tibeter
15.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Das chinesische Staatsfernsehen zeigte am Samstag erstmals Bilder von den schweren Ausschreitungen vom Vortag in Lhasa. Die Aufnahmen zeigten randalierende Tibeter, die Autos umstürzten, Geschäfte angriffen oder versuchten, heruntergelassene Läden oder Gitter aufzubrechen. Von mehreren Bränden hing Rauch über der tibetischen Hauptstadt.
«Wir haben genug Beweise, dass diese Aktion eine politische Verschwörung ist, die von der Clique des Dalai Lamas geplant worden ist», las die Sprecherin weiter vor. Die Sicherheitsbehörden seien völlig in der Lage, die soziale Stabilität und die Sicherheit der Menschen in Tibet zu wahren. Die Verschwörung sei «zum Scheitern verurteilt».
Am Samstag herrschte angespannte Ruhe in Lhasa. Sicherheitskräfte hatten Straßensperren errichtet. Bewohner berichteten von Panzern und gepanzerten Fahrzeuge in den leeren Straßen. Die tibetische Regierung bestritt nach Angaben von Xinhua, dass Sicherheitskräfte das Feuer auf die Demonstranten eröffnet zu haben, gab aber zu, dass Warnschüsse abgegeben worden seien, um die Menschen zu vertreiben.
Der Protestmarsch war am Donnerstag in der Stadt Dehra gestoppt worden. Die indische Regierung hatte den Demonstranten aus Sorge um die Beziehungen zu China verboten, den Bezirk Kangra zu verlassen. Die Exil-Tibeter hatten angekündigt, dem Verbot trotzen zu wollen. Die Demonstration begann am Montag, dem Jahrestag des Aufstands gegen die chinesische Herrschaft von 1959. Der Marsch zur Grenze soll sechs Monate dauern. Die Demonstranten fordern die Unabhängigkeit Tibets von China.
Im australischen Sydney stürmten Exiltibeter bei anti-chinesischen Protesten am Samstag das chinesische Konsulat. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, sieben Demonstranten wurden nach Angaben der Behörden festgenommen. (dpa/AP)

