Chinesische Behörden reagieren: 

netzeitung.deUltimatum gegen aufständische Tibeter

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Das Handyfoto von Tibet-Aktivisten zeigt eine Demonstration in Sangchu (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Das Handyfoto von Tibet-Aktivisten zeigt eine Demonstration in Sangchu
Foto: dpa
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Die Ausschreitungen in Lhasa sind Teil einer Verschwörung der «Clique des Dalai Lama», glauben chinesische Behörden. Mit der Aussicht auf Strafmilderung versuchen sie, die Protestler zur Aufgabe zu bewegen.

Die tibetischen Sicherheitsbehörden haben den Teilnehmern an den schweren Ausschreitungen in Lhasa eine Frist bis Montag um Mitternacht gesetzt, um sich der Polizei zu stellen. In einer Verlautbarung vom Samstag wurde ihnen Strafminderung und «Nachsicht» in Aussicht gestellt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Nach amtlichen chinesischen Angaben sind am Freitag mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, doch sprachen Bewohner von Lhasa davon, dass die Zahl deutlich höher sein dürfte. Das tibetische Programm des US-amerikanischen Senders Radio Free Asia zitierte Tibeter, wonach bis zu 80 Menschen getötet worden seien.

Das chinesische Staatsfernsehen zeigte am Samstag erstmals Bilder von den schweren Ausschreitungen vom Vortag in Lhasa. Die Aufnahmen zeigten randalierende Tibeter, die Autos umstürzten, Geschäfte angriffen oder versuchten, heruntergelassene Läden oder Gitter aufzubrechen. Von mehreren Bränden hing Rauch über der tibetischen Hauptstadt.

«Verschwörung zum Scheitern verurteilt»
Die Nachrichtensprecherin verlas einen Text der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua, den auch die staatlich kontrollierten Zeitungen gedruckt hatten. Darin hieß es, dass es durch «eine kleine Gruppe von Leuten in Lhasa» zu Zerstörungen, Schlägereien und Plünderungen gekommen sei. Sie hätten die öffentliche Ordnung gestört und die Sicherheit der Menschen gefährdet.

«Wir haben genug Beweise, dass diese Aktion eine politische Verschwörung ist, die von der Clique des Dalai Lamas geplant worden ist», las die Sprecherin weiter vor. Die Sicherheitsbehörden seien völlig in der Lage, die soziale Stabilität und die Sicherheit der Menschen in Tibet zu wahren. Die Verschwörung sei «zum Scheitern verurteilt».

Am Samstag herrschte angespannte Ruhe in Lhasa. Sicherheitskräfte hatten Straßensperren errichtet. Bewohner berichteten von Panzern und gepanzerten Fahrzeuge in den leeren Straßen. Die tibetische Regierung bestritt nach Angaben von Xinhua, dass Sicherheitskräfte das Feuer auf die Demonstranten eröffnet zu haben, gab aber zu, dass Warnschüsse abgegeben worden seien, um die Menschen zu vertreiben.

Demonstrationen in Indien und Australien
In Indien setzten dutzende Demonstranten ihren Demonstrationszug in Richtung Tibet fort. Die Polizei war bei dem Protestmarsch zunächst nicht zu sehen. Der Organisator des Marsches, Chemi Youngdrung von der Nationaldemokratischen Partei Tibets, sagte: «Wir marschieren, bis wir Tibet erreichen.»

Der Protestmarsch war am Donnerstag in der Stadt Dehra gestoppt worden. Die indische Regierung hatte den Demonstranten aus Sorge um die Beziehungen zu China verboten, den Bezirk Kangra zu verlassen. Die Exil-Tibeter hatten angekündigt, dem Verbot trotzen zu wollen. Die Demonstration begann am Montag, dem Jahrestag des Aufstands gegen die chinesische Herrschaft von 1959. Der Marsch zur Grenze soll sechs Monate dauern. Die Demonstranten fordern die Unabhängigkeit Tibets von China.

Im australischen Sydney stürmten Exiltibeter bei anti-chinesischen Protesten am Samstag das chinesische Konsulat. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, sieben Demonstranten wurden nach Angaben der Behörden festgenommen. (dpa/AP)