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Christenverfolgung im Irak: 

Erzbischof stirbt in Geiselhaft

14. Mrz 2008 12:12, ergänzt 15:24
Ein irakischer Junge hält ein Foto des Erzbischofs
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Ende Februar wurde der Erzbischof Paulos Faradsch Raho im Irak von Unbekannten entführt. Nun wurde der Geistliche tot aufgefunden. Die Todesursache ist unklar.

Der im Irak verschleppte Erzbischof Paulos Faradsch Raho ist tot. Als seine Leiche am Donnerstag in Mossul gefunden wurde, sei der Führer der chaldäisch-katholischen Christen im Irak schon mindestens drei Tage tot gewesen. Die genaue Ursache für den Tod ist weiterhin unklar. Ein Polizeisprecher in der nordirakischen Stadt Mossul sagte der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak, der Geistliche sei von seinen Entführern nicht erschossen worden.

Eine Gruppe bewaffneter Männer hatten Raho am 29. Februar entführt, als dieser gerade aus einer Kirche kam, in der er eine Messe gelesen hatte. Seine zwei Leibwächter und der Fahrer wurden dabei getötet.

Auf der Website des christlichen Fernsehsender Ischtar TV hieß es am Freitag: Die Entführer hätten «Druck auf den Erzbischof ausgeübt, und ihn zwingen wollen, seine Religion zu verleugnen». Der Kirchenmann habe sich jedoch standhaft geweigert und sei nach einer Woche in Geiselhaft gestorben.

«Abscheulichen Mord» verurteilt

Sein Tod in Geiselhaft rief bei Geistlichen und Politikern international Empörung hervor. Auch Iraks Präsident Dschalal Talabani verurteilte den «abscheulichen Mord». Ministerpräsident Nuri al- Maliki versprach: «Wer diese schreckliche Tat begangen hat, wird nicht vor der Justiz fliehen können.» Der Präsident der kurdischen Autonomieregion, Massud Barsani, nannte Raho eine «wichtige Persönlichkeit». Auch die Parlamentsfraktionen der radikalen schiitischen Sadr-Bewegung, der sunnitischen Konsensfront und der säkularen Nationalen Irakischen Liste drückten ihr Entsetzen aus.

In Deutschland sagt die CDU-Politikerin Erika Steinbach: «Der Tod des chaldäischen Erzbischofs von Mosul, Faraj Rahhu, ist ein erschütterndes Zeichen für die verfolgten Christen im Irak und offenbart die prekäre Lage der orientalischen Kirche.»

Trauerfeier ohne Polizeischutz

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Rahhu am Freitag beigesetzt. An dem Trauergottesdienst in der Mar Guirgis Kirche in Kramlis nahe der nordirakischen Stadt Mossul nahm auch Kardinal Emmanuel Delly III. teil. Hunderte von Trauergästen, darunter auch einige Politiker und muslimische Geistliche, versammelten sich in der Kirche und vor dem Gotteshaus. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete, Rahos Familie habe die Polizei gebeten, den Trauerzug nicht zu begleiten. Rund um die Stadt wurden jedoch die Kontrollen durch die Armee verstärkt. (nz/dpa)

 
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