13.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die getöteten Dschihad-Führer wurden in Bethlehem beerdigt
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eigentlich wollen Israelis und Palästinenser eine Waffenruhe vereinbaren. Doch beide Seiten können die Provokationen nicht lassen. Die einen töten Dschihad-Füher, die anderen schießen mit Raketen.
Ein neuerlicher Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen auf Südisrael droht die Bemühungen um eine Waffenruhe zunichte zumachen. Die palästinensische Gruppe Islamischer Dschihad feuerte in der Nacht zum Donnerstag mehr als ein Dutzend Raketen über die Grenze. Sie bezeichnete dies als Vergeltung für die Tötung von vier ihrer Mitglieder im Westjordanland am Vortag. Bei dem israelischen Angriff in Bethlehem wurde auch der dortige Dschihad-Anführer Mohammed Schehadeh getötet.
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas sprach am Donnerstag von einem «hässlichen Verbrechen». Für die Folgen sei Israel verantwortlich. Auf der Trauerfeier in Bethlehem waren die Leichen der vier Dschihad-Mitglieder in Fahnen der schiitisch-libanesischen Hisbollah-Miliz gehüllt, Trauende riefen: «Die Hisbollah kommt!» Beobachter sahen darin eine weitere Stärkung des Einflusses der von Iran und Syrien unterstützten Hisbollah bei Palästinensern.
Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak bekräftigte den Anspruch, «Mörder mit jüdischem Blut an ihren Händen» zu töten. Regierungssprecher Mark Regev machte die im Gazastreifen herrschende Hamas-Organisation für den Beschuss mitverantwortlich. «Niemand kann im Gazastreifen ohne Unterstützung der Hamas Raketen abfeuern», sagte er.
Die deutlichsten Worte kamen vom früheren stellvertretenden Verteidigungsminister Ephraim Sneh: «Israel wird nicht neben diesem iranischen Gebilde drei Kilometer von Sderot und zehn Kilometer von Aschkelon existieren», sagte er über den Gazastreifen im Militärrundfunk. «Es kann keine Lösung ohne eine diplomatische Lösung geben, und es kann keine Lösung ohne militärische Vernichtung der Hamas geben.» Bei dem nächtlichen Beschuss wurde nach israelischen Angaben niemand verletzt. Zwei der Geschosse trafen in der Stadt Sderot eine Lagerhalle und ein Fußballfeld. (AP)